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Menschenrechtsaktivist auf freiem Fuß

31.5.2019 18:53 Uhr

In Algerien wurde ein prominenter Aktivist freigelassen. Erst vor kurzem kam ein bekannter Menschenrechtsaktivist im Gefängnis ums Leben. Der 49 Jahre als Aouf Hadj Brahim sei nach rund drei Monaten im Gefängnis wieder auf freiem Fuß, teilte dessen Anwalt Salah Dabouz am Freitag über Facebook mit. Eine offizielle Bestätigung für die Freilassung gab es zunächst nicht.

Zuvor hatte der Tod des inhaftierten Menschenrechtsaktivisten Kameleddine Fekhar große Empörung in Algerien ausgelöst. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einer "Schande für das Land". Der 54-Jährige war nach Angaben seines Anwalts am Dienstag infolge eines Hungerstreiks gestorben.

Mysteriöser Tod im Gefängnis

Bei neuen Massenprotesten in der Hauptstadt Algier kritisierten die Demonstranten am Freitag die mysteriösen Umstände von Fekhars Tod. Der zurückgetretenen Langzeitpräsident Abdelaziz Bouteflika und "seine Banden" hätten das Land noch immer unter ihrer Kontrolle.

Beide Aktivisten waren im März festgenommen worden. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurde ihnen vorgeworfen, staatliche Einrichtungen inklusive der einflussreichen Armee kritisiert zu haben. Aus Protest traten beide in einen Hungerstreik. Die Behörden sagten zu, den Tod Fekhars untersuchen zu wollen.

Seit Ende Februar kommt es in Algerien zu Massenprotesten gegen die Machtelite des nordafrikanischen Landes. Der altersschwache Bouteflika erklärte im April nach 20 Jahren an der Macht auf Druck der Straße seinen Rücktritt. Die Demonstranten fordern jedoch den Rückzug weiterer führender Köpfe sowie weitreichende Reformen.

(an/dpa)