Hürriyet

Menschen in der Türkei lassen sich zum angeblichen Schutz vor Corona von Bienen stechen

26.1.2021 14:33 Uhr

Natürliche Wunderkräfte oder gefährlicher Aberglaube? Einige Menschen in der Türkei, vor allem in der östlichen Provinz Malatya, lassen sich zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion in regelmäßigen Abständen von Bienen stechen. Dadurch hoffen sie, auf natürliche Weise ihr Immunsystem zu stärken und nicht an Covid-19 zu erkranken.

"Die Leute rufen mich an, bitten um Hilfe und wollen einen Termin vereinbaren", sagt der 52-jäährige Imker Cahit Aslan aus Malatya. Bei der kostenlosen "Behandlung" platziert er die Bienen an gewisse Körperstellen, wo die Insekten besonders gerne stechen. Bei seinen Rheumaschmerzen würde die Methode helfen, so Aslan - doch auch beim Coronavirus? "Die Leute glauben das. Aber manche sind auch allergisch. Es ist vielleicht nicht für jeden gut", sagt der Imker.

Ärzte warnen vor tödlichen Folgen

Ärzte warnen sogar eindringlich vor Bienenstiche gegen das Coronavirus. Hakan Parlakpinar, Arzt an der Medizinischen Fakultät der Inönü-Universität, betont, dass Bienenstiche für einige Menschen mit schweren Allergien unabsehbare gesundheitliche Folgen bis zum Tod haben können.

"Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass ein Bienenstich vor Corona schützt", sagt er. Unterstützung bekommt Parlakpinar von Cengiz Bayram, dem Leiter der Gesellschaft der Anwaltsärzte. "Die Apitherapie (Medizinische Behandlung mit Bienenprodukten, Anm. d. Red.) hilft nur bei Gelenkschmerzen, nicht aber beim Coronavirus“, so der Mediziner.

(bl)

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