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Meisterschaftsentscheidung auf letzten Spieltag vertagt

11.5.2019 17:51 Uhr

Mit einem knappen 3:2-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf, der bis zur letzten Sekunde wackelte und überaus glücklich war, hält Borussia Dortmund das Meisterrennen bis zum letzten Spieltag offen. Der FC Bayern München kam nämlich zeitgleich bei RB Leipzig nicht über ein torloses Remis hinaus, verspielte damit zwei seiner vier Punkte Vorsprung auf den BVB. Am finalen Spieltag hat der deutsche Rekordmeister Heimrecht gegen Champions-League-Asprirant Eintracht Frankfurt und die Dortmunder müssen bei Borussia Mönchengladbach antreten, die ebenso noch um die Teilnahme an der Champions League kämpft. Da wird es keine Meistergeschenke geben.

Die Münchner, denen ein Treffer von Leon Goretzka (50.) nach Videobeweis aberkannt wurde, haben aber immer noch beste Chancen auf die siebte Meisterschaft in Folge sowie das Double. Das Pokal-Endspiel in Berlin gegen Leipzig dürfte angesichts des offenen und offensiv geführten Bundesliga-Duells am Samstag ein würdiges werden. Die Bayern-Fans im Gästeblock sangen schon vor Anpfiff von der Meisterschaft. Auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte Großes im Blick. "Das sind die großen Spiele, wo man den Titel festmachen kann. Jeder auf dem Platz und auf der Bank ist heiß", sagte er bei Sky.

Die Spieler allerdings mühten sich aber zunächst, der Aussage des Vorgesetzten Taten folgen zu lassen. Vor 41.939 Zuschauern in der ausverkauften und stimmungsvollen Leipziger Arena - darunter Bundestrainer Joachim Löw und Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz - bekamen die Bayern gegen forsche Gastgeber nach guten ersten zehn Minuten zunehmend Probleme.

Leipzig ohne Respekt vor den Bayern

Der Tabellendritte Leipzig zeigte wenig Respekt und blieb seiner gewohnt offensiven Ausrichtung treu. Spielmacher Emil Forsberg verteilte die Bälle im Mittelfeld klug, der sprintstarke Nationalstürmer Timo Werner stieß immer wieder in die freien Räume und sorgte für Gefahr, defensiv agierte RB sehr geschlossen. Was lange fehlte, waren die großen Chancen. Yussuf Poulsen (11.) verfehlte nach einer guten Kombination, ansonsten blieb es vor dem Tor weitgehend ruhig.

Die Bayern wirkten in dieser Phase ratlos. Gegen das starke Leipziger Pressing war das Kovac-Team häufig zu Sicherheitspässen gezwungen. Erst mit der ersten großen Möglichkeit durch Serge Gnabry (28.) wuchs das Münchner Selbstvertrauen. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Gnabry (38.) erneut am starken RB-Torwart Peter Gulacsi scheiterte. Auf der Gegenseite versuchte es der von München umworbene Werner (40.).

Goretzkas Treffer weggepfiffen

Die Bayern kamen mit viel Dampf aus der Kabine und jubelten früh. Goretzka traf sehenswert, Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) wertete das Tor nach dem Eingreifen des Videoschiedsrichters aber nicht. Robert Lewandowski hatte zuvor hauchdünn im Abseits gestanden. Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge registrierten die Entscheidung auf der Ehrentribüne frustriert.

München blieb auch nach dem Rückschlag spielbestimmend und kam wie durch Thomas Müller (64.) zu Chancen. RB beschränkte sich vornehmlich auf Konter, spielte diese aber nicht gut aus.

Spannung bis zum Schlusspfiff in Dortmund

Christian Pulisic (41.), Thomas Delaney(53.) und Mario Götze (90.+2) erzielten die Treffer für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre, die am 34. Spieltag bei Borussia Mönchengladbach gastiert. Oliver Fink (47.) und Dawid Kownacki (90.+5) waren für die Gäste erfolgreich. Der Düsseldorfer Dodi Lukebakio schoss einen Foulelfmeter am Tor vorbei (59.). Fortunas Adam Bodzek sah nach grobem Foulspiel gegen Jadon Sancho Tot (82.).

Vor 81.365 Zuschauern taten sich die Gastgeber über weite Strecken des ersten Durchgangs schwer. Der BVB hatte zwar viel Ballbesitz, doch gegen defensiv gut geordnete Gäste mangelte es dem Dortmunder Spiel zunächst an Tempo und Ideen. Die schon lange geretteten Düsseldorfer versteckten sich nicht und sorgten ab und an für Unruhe in der Dortmunder Defensive. Glück hatten die Schwarz-Gelben, dass Lukebakio vor seinem Treffer knapp im Abseits stand (20.).

Düsseldorf vergibt Ausgleich vom Punkt

Der BVB wurde erstmals bei einem Schuss von Raphael Guerreiro richtig gefährlich, doch Fortuna-Schlussmann Michael Rensing reagierte gut (21.). Es entwickelte sich ein Geduldsspiel, der BVB suchte die Lücke und fand sie kurz vor der Pause. Delaney legte per Kopf für Pulisic ab und der US-Nationalspieler köpfte aus kurzer Distanz zur Führung ein. Vor dem Spiel war Pulisic, der im Sommer zum FC Chelsea wechselt, von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc unter großem Applaus verabschiedet worden.

Die zweite Halbzeit begann für den Favoriten mit einem Schock. Fortunas Kapitän Fink köpfte nach Flanke von Markus Suttner BVB-Torhüter Marwin Hitz den Ball durch die Beine. Hitz, der den verletzten Roman Bürki (muskuläre Probleme) ersetzte, sah dabei ganz schlecht aus. Danach nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Delaney brachte Dortmund erneut in Führung, nach einem Zusammenprall zwischen Hitz und Lukebakio entschied Schiedsrichter Tobias Stieler auf Elfmeter. Lukebakio verschoss aber wie schon zuletzt in Mainz.

(ce/afp)

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