epa/Alex Martin

Mehrere Verdächtige verhaftet

28.5.2019 0:41 Uhr

Im französischen Lyon ist mehrere Tage nach einer Explosion mit mehreren Verletzten mehrere Verdächtige festgenommen worden. Das erklärte Innenminister Christophe Castaner am Montagmorgen auf Twitter. Weitere Details gab er zunächst nicht bekannt. Ob unter den Verdächtigen der zur Fahndung ausgeschriebe Tatverdächtige dabei ist, ist gegenwärtig unklar.

Bei der Explosion am Freitagabend im Zentrum der südostfranzösischen Stadt waren 13 Menschen verletzt worden. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Mithilfe von Sicherheitskameras konnte ein Teil des Weges des mutmaßlichen Täters nachverfolgt werden, wie Chef-Ermittler Rémy Heitz erklärt hatte.

Fahndungsbild der Polizei von Lyon (Bild: epa).

Die Ermittler hatten nach der Explosion am Freitagabend im Zentrum der Stadt im Südosten Frankreichs mit Fotos nach einem Mann gesucht. Der Tatverdächtige habe eine Papiertüte mit dem Sprengsatz vor einer Bäckerei im Zentrum der Stadt abgestellt und sei danach wieder auf sein Fahrrad gestiegen und weggefahren, so die Staatsanwaltschaft. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft führt die Ermittlungen.

Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert. Dabei wurden rund 250 Menschen getötet.

Explosion kurz vor der Europawahl

Bei dem nun festgenommen mutmaßlichen Täter handelt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen 24-Jährigen. Er wurde an einem Busausgang aufgegriffen. Einsatzkräfte durchsuchten seine Wohnung. Der Lyoner Bürgermeister Gérard Collomb sagte dem Sender BFMTV, dass der Tatverdächtige Informatikstudent sei und der Polizei zuvor nicht bekannt war. Er soll aus Algerien stammen - die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei den anderen beiden Verdächtigen um die Mutter und den Vater des mutmaßlichen Täters und einen jüngeren Bruder. Dieser sei an seiner Oberschule festgenommen worden. Auch eine Schwester wurde verhört, hieß es.

Die Hintergründe der Tat waren noch unklar. Allein die Tatsache, dass jemand mitten am Tag in einer belebten Straße eine solche Tat verübe, reiche für Anti-Terror-Ermittlungen aus, hatte Staatsanwalt Rémy Heitz am Samstag erklärt. Die Explosion wurde mit einem Fernzünder ausgelöst. In der abgestellten Tüte waren Objekte aus Metall. Bei der Detonation wurden insgesamt 13 Menschen verletzt - darunter auch ein Kind. Elf Menschen mussten in Kliniken gebracht werden, die meisten von ihnen wurden aber schnell wieder entlassen.

Die Explosion traf Frankreich kurz vor der Europawahl. Im Land wurden auch Erinnerungen an den Terroranschlag in Straßburg vom Dezember wach. Der mutmaßliche Islamist Chérif Chekatt hatte in der Innenstadt der elsässischen Metropole das Feuer eröffnet - es starben fünf Menschen, zudem wurden zahlreiche verletzt.

Lyon liegt im Südosten Frankreichs und ist mit mehr als 515.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille.

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(an/dpa)