Mehrere Tote in Provinz Helmand

23.9.2019 23:39 Uhr

In der Nacht zum Montag sind in der südafghanischen Provinz Helmand zahlreiche Menschen getötet worden. Allerdings waren die Angaben zu dem Vorfall höchst unterschiedlich. Parlamentarier und Provinzräte aus Helmand sprachen von 15, 20 oder sogar 40 getöteten Zivilisten. Laut Verteidigungsministerium wurden 22 Taliban getötet. Ein Sprecher der US-Streitkräfte wiederum sprach von einem Schlag gegen Al-Kaida.

Zwei Behördenvertretern aus Helmand zufolge traf ein Luftschlag im seit acht Jahren von den Taliban kontrollierten Bezirk Musa Kala zwei Fahrzeuge mit Zivilisten. Diese seien auf dem Weg zu einer Hochzeit gewesen. Frauen und Kinder seien unter den bis zu 40 Getöteten.

Einem Sprecher des Verteidigungsministeriums zufolge wurden bei einem Einsatz gegen ausländische Taliban-Mitglieder mindestens 22 Taliban getötet und 14 weitere verhaftet worden.

Bedrohung durch "Al-Kaida-Figuren"

Einem Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan zufolge gingen US- und afghanische Kräfte gemeinsam gegen Al-Kaida vor. Die versammelten "Al-Kaida-Figuren" hätten eine imminente Bedrohung dargestellt. Im Zuge der Operation seien mehrere Ausländer mit Al-Kaida-Verbindung festgenommen worden, darunter mehrere Personen aus Pakistan und eine aus Bangladesch.

Wegen heftiger Kämpfe seien "Präzisionsschläge" gegen die verschanzten Terroristen geführt worden, die auf die afghanischen und US-Streitkräfte gefeuert hätten, hieß es weiter. Man schätze, die Mehrheit der in den Gefechten Getöteten sei durch Al-Kaida-Waffen umgekommen oder durch die Explosion von gelagertem Sprengstoff. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden.

In den vergangenen Monaten ist die Zahl der getöteten Zivilisten durch Nachteinsätze und Luftangriffe der Regierung und ihrer internationalen Verbündeten gestiegen. Laut UN wurden im ersten Halbjahr 2019 mehr Zivilisten durch regierungstreue Kräfte getötet als von den Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat.

(an/dpa)

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