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Mehrere Festnahmen vor DISK-Gebäude in Istanbul

1.5.2020 10:29 Uhr

Der 1. Mai ist auch in der Türkei der Tag der Arbeit, an dem traditionell viele Arbeiterverbände Kundgebungen halten – so auch die DISK, ein Arbeitergewerkschaftszusammenschluss. Am Freitag wollte eine kleinere Gruppe vom DISK-Gebäude im Istanbuler Stadtviertel Besiktas zum Taksim-Platz laufen, doch noch vor Beginn des Marsches kam es zu einem Tumult, mehrere Menschen wurden festgenommen.

Viele hochrangige Mitglieder von DISK versammelten sich am Freitagmorgen vor dem Gewerkschaftsgebäude, um zum Taksim-Platz zu marschieren – Tatort des "Blutigen 1. Mai", dem Massaker von 1977, bei dem 34 Menschen starben, 136 verwundet und 453 Personen festgenommen wurden.

Chaotische Szenen

Doch die anwesende Polizei erinnerte die Gruppe an die Ausgangssperre, und dass auch Spaziergänge – oder Märsche – unter eben diese fallen würden. Zudem sei der Marsch der Gewerkschaft durch das Gouverneursamt in Istanbul verboten worden. Ein Angebot, ausgewählte Mitglieder von DISK per Fahrzeug nach Taksim zu bringen, damit diese Kränze niederlegen können, wurde abgelehnt. Es entbrannte eine hitzige Diskussion, bei der es zu tumultartigen Szenen kam. Die Polizei nahm 15 Personen kurzfristig fest, darunter die Vorsitzende DISKs, Arzu Cerkezoglu.

Tumultartige Szenen vor dem DISK-Gebäude (Bild: dha)

Kranzniederlegungen in Taksim

Währenddessen haben zahlreiche Arbeitergewerkschaften in den frühen Morgenstunden der Reihe nach Kränze am Kazanci Yokusu, dem Tatort des Massakers, niedergelegt, unter anderem Vertreter von Hak-Is, HakSen, Vertreter der Union der Gesundheitsdienste und Türk-Is.

Taksim am 1. Mai (Bild: dha)

Viele trugen rote Nelken und sangen die Nationalhymne, allerdings nicht, ohne auf die nötigen Sicherheitsabstände zu achten.


(be)

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