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Mehr Solidarität in der SPD angemahnt

4.6.2019 23:31 Uhr

Der ehemalige Chef der SPD, Kurt Beck, hat nach dem Rücktritt von Andrea Nahles Solidarität und Loyalität in der SPD angemahnt. Wenn eine Partei Solidarität als Leitgedanken habe, "und man das nicht lebt, das merken die Menschen zurecht", sagte der Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

"Wenn jemand gewählt wird, dann ist eine Entscheidung getroffen, dann ist zunächst einmal Unterstützung angesagt", betonte Beck. Natürlich könne auch Kritisches angemerkt werden. „Dann redet man zunächst einmal mit den Betroffenen unter vier Augen oder im kleinen Kreis, aber nicht hintenrum über Medien, von denen man sich dann Wirkungen verspricht, die einem möglichst selber helfen und dem anderen schaden.“

Problematischer Umgang mit den Vorsitzenden der eigenen Partei

Als Grund für den problematischen Umgang mit den Vorsitzenden in der eigenen Partei nannte Beck unter anderem „ins Unermessliche gesteigerte“ Erwartungen und mangelnde Disziplin. „In den Führungsebenen, gerade auch in der zweiten und dritten Reihe, fehlt es häufig bei einigen an Disziplin.“ Die Folge: „Dann tobt man sich aus, in dem man hinten herum Teilbotschaften setzt und am Image eines oder einer Vorsitzenden kratzt.“

(an/dpa)