epa/Elio Desiderio

Mehr Migranten aus Tunesien

19.9.2019 13:47 Uhr

Auf Lampedusa ist die Zahl der Migranten zuletzt stark gestiegen. Allein am Mittwoch seien 171 Menschen auf der italienischen Mittelmeerinsel von der Größe Langeoogs an Land gegangen, meldete die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag. In den vergangenen zwei Wochen seien es fast 600 gewesen, die meisten aus Tunesien. Der für 90 Menschen vorgesehene Hotspot der Insel sei völlig überfüllt.

Am Mittwochabend begann eine Gruppe von Tunesiern mit einem Sitzstreik vor der Hauptkirche Lampedusas, um gegen eine Abschiebung zu protestieren. Tunesier haben kaum Chancen, in der EU politisches Asyl zu erhalten. Tunesien ist eine Demokratie, am vorigen Sonntag gab es dort die erste Runde der Präsidentenwahlen. Viele Menschen versuchen aber wegen der wirtschaftlichen Lage, das Land zu verlassen.

Zahl der Migranten steigt stark

Laut Ansa kamen in diesem Jahr erheblich mehr Migranten selbstständig nach Italien als auf den Rettungsschiffen privater Hilfsorganisationen. Neben Lampedusa und Sizilien sind die Küsten Kalabriens, Apuliens oder auch Sardiniens die Ziele. Die Zahl der in Italien landenden Migranten ist nach einem starken Rückgang zuletzt wieder gestiegen.

Im laufenden Jahr kamen laut Innenministerium bisher 6342 Menschen in Italien an, 2017 waren es noch 102 954. Im laufenden Monat aber lag die Zahl mit 1207 zum ersten Mal in diesem Jahr über der des jeweiligen Vorjahreszeitraums (947). Der Chef der rechten Lega und frühere Innenminister Matteo Salvini kritisierte die neue Mitte-Links-Regierung scharf. "Die Italiener werden euch das alles bezahlen lassen", schrieb er auf Facebook und Twitter.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.