epa/Jawad Jalali

Mehr Kriegsflüchtlinge in Afghanistan

7.1.2020 11:46 Uhr

Im letzten Jahr sind in Afghanistan wieder mehr Menschen innerhalb des Landes vor Kämpfen und Gefechten aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus Daten der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor.

Demnach stieg die Zahl der Binnenflüchtlinge 2019 im Vergleich zum Vorjahr um rund elf Prozent auf mehr als 426 000 Menschen. Der Großteil von ihnen stammt aus den nordöstlichen Provinzen des Landes.

Ungenaue Datenlage

Über das Jahr gab es Vertriebene aus 32 der insgesamt 34 afghanischen Provinzen. 58 Prozent davon sind den Daten zufolge Kinder unter 18 Jahren. Im Jahr 2018 hatten die UN rund 385 000 Binnenflüchtlinge registriert. Ob alle 2018 als vertrieben registrierten Menschen weiter ohne Heimat sind, ist nach Angaben der UN unter anderem wegen des mangelnden Zugangs zu vielen umkämpften Provinzen schwer festzustellen. Afghanistan hat geschätzt 34 Millionen Einwohner.

Einem kürzlich veröffentlichten Überblick der UN zu den Humanitären Bedürfnissen in Afghanistan für 2020 zufolge werden in diesem Jahr 9,4 Millionen Afghanen humanitäre Hilfe benötigen. Um 7,1 Millionen dieser Menschen, die von dem Konflikt sowie von Naturkatastrophen betroffen sind zu helfen, wollen die UN ihre Partner um rund 730 Millionen US-Dollar Unterstützung bitten.

2019 hatten unter anderem während laufender Gespräche der USA mit den islamistisch-militanten Taliban über Wege zu Frieden die Gefechte in dem Land zugenommen. Experten zufolge versuchten beide Seiten, ihre Verhandlungspositionen durch militärische Erfolge zu verbessern. Die USA-Taliban-Gespräche wurden Anfang September kurz vor einer kolportierten Einigung überraschend von den USA abgebrochen.

Zuletzt waren sie Anfang Dezember wieder aufgenommen worden. Aktuell pausieren sie US-Angaben zufolge, damit die Taliban über US-Forderungen nach einer Reduzierung der Gewalt beraten könnten. Eine umfassende Waffenruhe lehnen die Islamisten weiter ab.

(an/dpa)

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