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Mehr Geld für Studenten - Das soll sich beim BAfög ändern

30.1.2019 8:47 Uhr

Gerade einmal 40-60 Prozent der Studierenden beantragt BAfög - teils, weil sie gar nicht wissen, ob sie es könnten. Jetzt bringt die Regierung ein Verbesserungspaket auf den Weg.

Das Bundeskabinett will am Mittwoch (9.30 Uhr) Verbesserungen der Bafög-Hilfen für bedürftige Studenten und Schüler auf den Weg bringen. Diese jungen Menschen sollen mehr Geld erhalten. Außerdem sollen mehr Schüler und Studenten gefördert werden - also auch Kinder von Eltern, die etwas mehr Einkommen haben als durch die heutige Bafög-Grenzen markiert. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellt sich dazu anschließend den Fragen der Abgeordneten im Bundestag.

Was soll sich ändern?

Studenten und Schüler sollen ab Mitte 2019 deutlich mehr Bafög bekommen können. Der Bund will für eine entsprechende Reform bis 2022 mehr als 1,8 Milliarden Euro ausgeben. Der Höchstsatz der gesamten Förderung soll ab dem Wintersemester 2019 von 735 Euro in zwei Stufen bis 2020 auf insgesamt rund 850 Euro steigen. Ihn bekommen Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen und selbst krankenversichert sind.

Freibeträge sollen angehoben werden

Es sollen auch mehr junge Menschen vom Bafög profitieren. Dafür sollen die Freibeträge für das Einkommen der Eltern in drei Schritten bis 2021 um insgesamt 16 Prozent angehoben werden. Der Freibetrag für eigenes Vermögen soll 2020 von derzeit 7500 auf künftig 8200 Euro angehoben werden. Die Vermögensfreibeträge für Auszubildende mit Unterhaltspflichten gegenüber eigenen Ehegatten, Lebenspartnern und Kindern sollen von derzeit 2100 auf 2300 Euro steigen.

Keine lebenslangen Schulden

Wer gefördert wurde, soll zudem nicht lebenslange Schulden fürchten müssen. So soll jenen die Restschuld erlassen werden, die den Darlehensanteil des Bafög trotz Bemühens aufgrund schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht binnen 20 Jahren tilgen können. Bereits bisher musste man nur die Hälfte des Geldes und maximal 10.000 Euro zurückzahlen, und zwar in monatlichen Raten.

Statt das Bafög als verzinslichem Bankdarlehen der Förderbank KfW auszuzahlen, soll der Staat es ab dem Wintersemester 2019/2020 als zinsfreies Darlehen bereitstellen.

Immer weniger Studenten beziehen BAfög

Die Zahl der Bafög-Empfänger sinkt seit Jahren. Im Jahr 2017 erhielten laut Statistischem Bundesamt 225.000 Schüler und 557.000 Studenten die staatliche Ausbildungsförderung - insgesamt etwa 41.000 oder fünf Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Da pro Kopf aber mehr ausgezahlt wurde, stiegen die staatlichen Ausgaben dafür um rund 70 Millionen auf 2,9 Milliarden Euro.

Fünf Jahre zuvor erhielten noch 308.000 Schüler und 671.000 Studenten Bafög. Angesichts dieses deutlichen Rückgangs hatten CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, "bis 2021 eine Trendumkehr zu erreichen".

(be/dpa)