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Mehr Engagment für die EU gefordert

3.4.2019 23:04 Uhr

Für eine aktivere Rolle Bulgariens bei der Gestaltung der EU will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem zweitägigen Besuch werben. "Die Hauptbotschaft des Besuchs soll sein: Bulgarien ist für uns ein wichtiger Partner in der EU, und die EU ist unser gemeinsames Projekt", hieß es dazu am Mittwoch aus dem Bundespräsidialamt.

Bulgarien ist seit Anfang 2007 EU-Mitglied. Es nimmt aus deutscher Sicht als Nachbar der Türkei und der Westbalkan-Staaten eine wichtige Rolle an der Außengrenze der Europäischen Union wahr.

Der Bundespräsident wird bei seiner Reise von einer kleinen Wirtschaftsdelegation begleitet. Bulgarien gehört in Europa zu den Ländern mit den niedrigsten Durchschnittslöhnen und ist daher auch für deutsche Investoren interessant. Der Warenaustausch hat nach Angaben der Deutsch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer im vergangenen Jahr ein Rekordvolumen von knapp 8,3 Milliarden Euro erreicht - ein Plus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutsch-bulgarisches Wirtschaftstreffen geplant

Dabei erzielte Bulgarien einen Überschuss: Es exportierte Waren im Wert von 4,29 Milliarden Euro nach Deutschland, die Importe hatten ein Volumen von 3,97 Milliarden Euro. Dies liegt laut Präsidialamt auch an den mehreren tausend deutschen Firmen, die in Bulgarien aktiv sind, dort produzieren und die Waren dann wieder nach Deutschland liefern.

Der Bundespräsident wird an diesem Donnerstag zunächst vom bulgarischen Staatspräsidenten Rumen Radew mit militärischen Ehren begrüßt. Beide werden anschließend ein Gespräch unter vier Augen führen. Später sind ein Mittagessen mit Ministerpräsident Boiko Borissow und ein Besuch im Parlament vorgesehen. Steinmeier will auch an einem deutsch-bulgarischen Wirtschaftstreffen teilnehmen.

Am Freitag wird Steinmeier eine Niederlassung des deutschen Hausgeräte-Herstellers Liebherr in Radinowo besuchen, der dort Kühl- und Gefrierschränke herstellt und fast 2000 Menschen beschäftigt. Zum Abschluss wird er sich Plowdiw anschauen, das zusammen mit dem süditalienischen Matera den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2019 trägt. Hier interessiert sich Steinmeier auch dafür, wie die Stadt damit umgeht, dass etwa ein Viertel ihrer Bewohner Roma sind.

(an/dpa)