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Mehr als 700 Festnahmen bei Schülerprotesten in Frankreich

6.12.2018 21:40 Uhr

Mehr als 700 Schüler sind bei den landesweiten Protesten in Frankreich vorübergehend festgenommen worden. Durch die Demonstrationen sei in fast 280 Schulen der Betrieb gestört worden, 45 davon seien vollständig blockiert worden, verlautete aus dem Innenministerium in Paris.

An den Schülerprotesten gegen härtere Auswahlkriterien beim Hochschulzugang und befürchtete Kürzungen beim Lehrpersonal beteiligten sich tausende Gymnasiasten und Mittelschüler. Vielerorts kam es zu Gewalt: In Städten wie Marseille und Bordeaux zündeten Demonstranten Mülltonnen und Autos an und lieferten sich Zusammenstöße mit der Polizei. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer übte scharfe Kritik an den Ausschreitungen.

Die Schülerproteste halten seit Wochenbeginn an. Dabei werden wie bei den "Gelbwesten"-Demonstrationen immer wieder Rufe nach einem Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron laut. Inzwischen haben sich viele Schüler den Forderungen der Aktivisten angeschlossen, darunter niedrigere Lebenshaltungskosten.

Macron will kein Öl ins Feuer gießen

Unterdessen kündigte Macron an, dass er sich Anfang kommender Woche zur Krise rund um die "Gelbwesten"-Proteste äußern will. Vor den für Samstag geplanten erneuten Protestaktionen sei keine Stellungnahme Macrons geplant, um "kein Öl ins Feuer zu gießen", sagte der Präsident der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand, der Nachrichtenagentur AFP. Dafür werde sich der Staatschef "Anfang kommender Woche" an die Öffentlichkeit wenden.

Frankreich wird seit Wochen von Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung erschüttert. Auslöser waren die hohen Treibstoffpreise und eine geplante Anhebung der Ökosteuer auf Benzin und Diesel.

90.000 Polizisten mobilisiert

Die französische Regierung ist zwar auf die Demonstranten zugegangen - die Bewegung will aber am Samstag erneut protestieren. Die Regierung befürchtet schwere Ausschreitungen und wird landesweit fast 90.000 Polizisten mobilisieren, davon 8000 in Paris.

Vergangenes Wochenende war es auf den Pariser Champs-Elysées und rund um den Triumphbogen zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei den Protesten wurden mehr als 260 Menschen verletzt, es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

(be/afp)