Symbolbild: imago images/Markus Heine

Mehr als 400 000 Syrer auf der Flucht

27.7.2019 10:02 Uhr

Seit dem Beginn einer Regierungsoffensive sind im Nordwesten Syriens mehr als 400.000 Menschen auf der Flucht. Die Vereinten Nationen seien angesichts der "dramatischen Eskalation" der Gewalt ernsthaft besorgt, sagte der Sprecher des UN-Nothilfebüros Ocha in Syrien, David Swanson, am Freitag.

Regierungstruppen hatten Ende April eine Offensive auf das Rebellengebiet um die Stadt Idlib begonnen. Syriens Luftwaffe und ihr Verbündeter Russland fliegen regelmäßig Angriffe.

59 Tote Zivilisten bei Luftangriffen

Anfang der Woche waren in dem Gebiet bei Bombardierungen aus der Luft nach UN-Angaben mindestens 59 Zivilisten getötet und mehr als 100 verletzt worden. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, kritisierte am Freitag, die Angriffe der Regierung und ihrer Verbündeten träfen immer wieder Klinken, Schulen und andere zivile Infrastruktur. Angesichts des sich wiederholenden Musters sei es unwahrscheinlich, dass es sich dabei um Zufall handele.

Die Region um Idlib wird von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) dominiert. Syrische Regierungsanhänger konnten seit Beginn der Offensive vor drei Monaten kaum Geländegewinne erzielen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben in den vergangenen drei Monaten mehr als 2700 Menschen. In der Region leben rund drei Millionen Zivilisten, etwa die Hälfte von ihnen Vertriebene. Helfen beklagen die dramatische humanitäre Lage der Menschen.

Der Bürgerkrieg in Syrien war 2011 ausgebrochen, als die Regierung mit Gewalt gegen Demonstrationen vorging. Mittlerweile kontrollieren die Anhänger der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad und ihre Verbündeten wieder fast zwei Drittel des Landes.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.