dpa

Mehr als 30 Tote in Migrantenlager

3.7.2019 9:16 Uhr

Bei einem mutmaßlichen Luftangriff in Libyen wurden in der Nähe von Tripolis in einem Migrantenlager mehr als 30 Menschen getötet. Beobachter sprechen zudem von mehr als 70 zum Teil schwer verletzten Personen, die sich in einem Lager mit rund 600 Menschen aufgehalten hatten. Regierungskreise machen den Warlord General Chalifa Haftar, der den Osten des Landes beherrscht, für den Luftangriff verantwortlich. Im April hatte Haftar eine Offensive auf Tripolis angeordnet.

Es ist der tödlichste Angriff, seit Haftar im April eine Offensive auf Tripolis angeordnet hatte. In dem Lager seien insgesamt mehr als 600 Migranten unterschiedlicher Nationalitäten untergebracht, hieß es. In dem betroffenen Lagerteil waren rund 120 Migranten aus verschiedenen afrikanischen Ländern untergebracht. Dem in Katar ansässigen Sender Al-Dschasira zufolge sollen sie aus dem Sudan, Eritrea und Somalia stammen.

Politische Lösung in Libyen fast ausgeschlossen

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR äußerte sich "extrem besorgt" angesichts der Berichte über den Luftangriff auf das Flüchtlingslager. "Zivilisten sollten nie als Ziele genommen werden", twitterte das UNHCR Libyen am frühen Morgen. Acht Jahre nach dem mit westlicher Hilfe erreichten Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen Chaos. General Haftar hat weite Teile des Landes unter seine Kontrolle gebracht und im April eine Offensive auf Tripolis angeordnet. Die Aussichten auf eine politische Lösung des Konflikts stehen derzeit sehr schlecht.

Haftar wird vom libyschen Parlament im Osten des Landes unterstützt. Es beansprucht ebenso wie die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch die Macht für sich. Die Regierung von Al-Sarradsch hat kaum Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis hinaus.

(ce/dpa)

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