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Medizinisches Personal fordert "Anti-Gewalt-Tag"

19.4.2019 13:18 Uhr

Tausende Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen haben dafür protestiert, landesweit einen "Tag des Kampfes gegen Gewalt im Medizinwesen" einzuführen. Das geforderte Datum bezieht sich auf den 17. April 2012, als ein 17-jähriger Täter den Arzt Ersin Arslan in der südöstlichen Provinz Gaziantep einen Arzt tötete, nachdem er ihn für den Tod seines Großvaters verantwortlich gemacht hatte. Alle türkischen Gesundheitsinstitute legten am 17. April einen Moment der Stille zwischen 8.00 und 8.30 Uhr ein, um allen Gesundheitsmitarbeitern zu gedenken, die in Ausübung ihrer medizinischen Tätigkeit getötet wurden.

Der Verband Kammern der Mediziner hielt danach eine Pressekonferenz ab. Der Vorsitzende der türkischen Ärztekammer (TTB), Prof. Dr. Sinan Adiyaman, sagte, trotz aller Bemühungen der Vereinigung, haben die Behörden bisher keinen "ernsthaften Schritt" hinsichtlich der Verhütung von Gewalt gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen unternommen hätten.

Stündlich eine Gewalttat gegen medizinisches Personal

"Deshalb wurden neben Arslan auch Dr. Kamil Furtun, Dr. Aynur Dagdemir und Dr. Fikret Haciosman alle während der Ausübung ihres Berufes getötet. Gesundheitseinrichtungen wurden oft von Angehörigen von Patienten überfallen, einige von uns wurden auf die Intensivstation gebracht, nachdem sie den Angriffen vieler Angehöriger ausgesetzt waren und viele von uns sind dem Tod nur knapp entgangen", sagte Adiyaman in einer Stellungnahme vom 16. April vor den geplanten Protesten.

Der 17. April, der Jahrestag des Todes von Dr. Ersin Arslan, soll zum Tag des Kampfes gegen Gewalt im Gesundheitssektor und zur Verhütung von Gewalt im Gesundheitssektor erklärt werden. Einen entsprechenden Antrag habe die TTB vorbereitet und an alle Parteien im Parlament übermittelt, sagte Adiyaman. Um das Bewusstsein für Gewalt gegen Angehörige der Gesundheitsberufe zu schärfen, wurde eine Vereinigung mit dem Titel "Bereitet der Gewalt im Gesundheitssektor ein Ende" ("Saglikta Siddete Son Dernegi") eingerichtet. Der Präsident des Verbandes, Ahmet Gürol Sagban, sagte, dass es in der Türkei stündlich zu Gewalttaten gegen medizinisches Personal kommen würde.

60.000 Opfer in fünf Jahren

"Es steht fest, dass die Zahl der Gewalttaten im Gesundheitswesen in den letzten Jahren rapide angestiegen sind und uns erreichen die Nachrichten dazu täglich – aus allen Bereichen des Landes. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist unser Gesundheitspersonal stündlich Gewalthandlungen ausgesetzt", sagte Sagban auf einer Pressekonferenz am 16. April.

Sagban betonte, dass es für das Gesundheitspersonal schwierig sei, unter diesen Umständen einen "ordnungsgemäßen Job" zu machen. Die Ärztekammern der Provinzen, Gewerkschaften und das Gesundheitspersonal selbst suchten nach einer Lösung, um dieses Problem zu lösen.

Gewalt gegen medizinisches Personal stellt ein großes Problem in der Türkei dar. Eine Studie ergab, dass 60.000 Mitarbeiter aus allen Bereichen im Gesundheitswesen in den letzten fünf Jahren Opfer von Gewalttaten im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer medizinischen Tätigkeit wurden. Unrealistische Erwartungen der Patienten und ihrer Angehörigen an Ärzte und in Bezug auf die medizinischen Möglichkeiten und Schuldzuweisungen für ihre gesundheitlichen Probleme sind nur einige der Gründe für die Vielzahl von Gewalttaten gegen das Pflegepersonal.

(Hürriyet.de)