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Medikamenten-Engpass bei hartem Brexit

28.3.2019 22:50 Uhr

Einem Medienbericht zufolge kann es bei einem harten Brexit zu einem Versorgungsengpass mit wichtigen Medikamenten kommen. Das fürchtet zumindest Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU.

Unter anderem geht es um sogenannte In-Vitro-Diagnostika, mit denen beispielsweise Blutspenden auf Krankheiten wie HIV getestet werden.

"Ich befürchte, dass auch in Deutschland spätestens ab Mitte April 2019 die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Blutprodukten gefährdet sein kann", warnte er in einem Brief an die EU-Kommission, der dem "Handelsblatt" vorliegt.

Ungültige Bescheinigungen nach Brexit

Viele europäische Hersteller haben ihre Medizinprodukte in Großbritannien zugelassen. Bei einem EU-Austritt des Landes ohne Abkommen würden von britischen Prüfinstituten ausgestellte Bescheinigungen in der EU ungültig.

"Bei einem ungeregelten Brexit ist ohne die Verständigung auf praktikable Verfahrensweisen davon auszugehen, dass zehntausende Medizinprodukte ihre formelle Verkehrsfähigkeit in der EU-27 verlieren und damit auf dem europäischen Markt nicht mehr zur Verfügung stehen", zitiert das Blatt weiter aus Spahns Brief. Er regt demnach unter anderem an, eine Übergangszeit von zwölf Monaten zu schaffen, in der betroffene Hersteller ihre Produkte unter Auflagen weiter vertreiben dürften.

(an/dpa)