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Medien empört über George Clooneys Vergleich von Meghan und Diana

14.2.2019 14:28 Uhr

Erst vor wenigen Tagen äußerte sich George Clooney, Schauspieler und enger Freund Meghan Markles, über den Umgang der Medien mit der werdenden Mutter. Die britischen Boulevardblätter sind empört über seinen Vergleich mit der Paparazzi zu Zeiten von Lady Diana und weisen die Vorwürfe entschieden zurück.

Die mediale Verfolgung der Herzogin von Sussex gleiche, so Clooney, der Jagd auf die verstorbene Mutter ihres Ehemanns Prinz Harry.

Clooney ist ein enger Freund Markles, er war auch auf ihrer Hochzeit im vergangenen Mai. In einem Interview mit dem australischen Magazin "WHO" sagte Clooney nun: "Sie ist eine im siebten Monat schwangere Frau und wurde auf die gleiche Weise verfolgt, verunglimpft und gejagt wie Diana". So "wiederholt sich die Geschichte", fügte der Schauspieler mit Blick auf Prinzessin Diana hinzu. "Wir haben gesehen, wo das endet."

"Duchess Difficult"

Harrys Mutter war 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen, als ihr Wagen von Paparazzi auf Motorrädern verfolgt wurde. Die Tragödie löste im Vereinigten Königreich tiefe Trauer und Betroffenheit auch bei den Medien aus. Die Berichterstatter waren gezwungen, ihren Verhaltenskodex zu ändern. Bilder aus Verfolgungsjagden und Belagerungen wurden verboten, fortan müssen sie eine "angemessene Privatsphäre" respektieren.

Dass eine US-Schauspielerin mit afroamerikanischer Mutter ein Mitglied der britischen Königsfamilie heiratete, stellte diese neuen Regeln allerdings auf die Probe. Die zunächst positive Berichterstattung machte kritischen Geschichten über "Duchess Difficult" Platz: Demnach soll die 37-Jährige grob mit dem Personal umgehen und ein angespanntes Verhältnis zu ihrer Schwägerin Kate haben.

Ärger käme von der Familie, nicht von der Presse

Auch die Streitigkeiten mit ihrem Vater Thomas sorgen immer wieder für Schlagzeilen: Zuletzt veröffentlichte die "Mail on Sunday" einen Brief, den Markle an ihren Vater geschrieben haben soll: "Hör auf zu lügen, hör auf, meine Beziehung zu meinem Ehemann auszunutzen", wird die 37-Jährige zitiert.

In seiner Medienschelte bezog sich Clooney ausdrücklich auch auf den Bericht der "Mail on Sunday": "Ich kann nicht sagen, wie frustrierend es ist, dass ein Brief von einer Tochter an einen Vater veröffentlicht wird", schimpfte er. Dies sei "unverantwortlich".

Doch Hofbiographin Penny Junor sieht die Schuld nicht bei den Medien: "Ich glaube nicht, dass die Presse ihr Ärger macht. Es kommt von ihrer Familie." TV-Moderator Piers Morgan schrieb in "Daily Mail Online": "Sorry George, aber Meghan ist nicht Prinzessin Diana und es ist nicht die Presse, die sie schmäht - es ist ihre eigene Familie, die sie für Prominente wie dich verlassen hat."

Meghan sei keinesfalls wie Diana

Clooneys Vorwürfe seien "pure Fantasie", betonte auch "The Times". Und "The Telegraph" erklärte ausführlich, "warum Meghan nicht die neue Diana ist".

Viele stellen sich die Frage, ob das Stillhalteabkommen der Medien mit dem Buckingham-Palast nach zwei Jahrzehnten nun zu Ende geht. Hofbiographin Junor verneint dies: Die Fälle Meghan und Diana könnten unterschiedlicher nicht sein sagt sie.

Instrumentalisierung der Medien

"Ich habe noch nicht gehört, dass Meghan sich über die Paparazzi beschwert hätte. Sie kann ihr Leben leben, im Park spazieren, in Restaurants gehen, ein normaler Mensch sein, ohne dass ihr ein Dutzend Paparazzi folgt. Diana konnte das nicht." Gleichzeitig kritisiert sie, dass Markle selbst engen Freunden erlaubt habe, sich anonym in der US-Zeitschrift "People" zu äußern, um ihr Image wiederherzustellen.

Auch Diana habe die Medien instrumentalisiert, indem sie bevorzugten Reportern private Interviews gab, warnt Junor: "Das ist sehr gefährlich. Und letztendlich flog ihr das um die Ohren".

(sis/afp)