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Medien: CIA hat Spion aus Kreml abgezogen

10.9.2019 17:36 Uhr

Medienberichten zufolge soll die amerikanische Regierung im Jahr 2017 einen eminent wichtigen Geheimdienstinformanten aus dem Kreml abgezogen haben - aus Sorge, er könnte enttarnt werden. Wie der Fernsehsender CNN am Montag berichtete, gab es unter anderem die Befürchtung, US-Präsident Donald Trump und sein Kabinett könnten den Spion durch fahrlässigen Umgang mit Geheimdienstinformationen gefährden.

Die "New York Times" berichtete jedoch, die Sorge einer Enttarnung habe schon vor Trumps Amtsantritt bestanden.Der mutmaßliche Spitzel soll den US-Medienberichten zufolge in der russischen Staatsspitze verkehrt haben. Demnach soll er unter anderem Belege dafür geliefert haben, dass Staatschef Wladimir Putin direkt in die mutmaßlichen verdeckten russischen Einmischungen zugunsten Trumps in die US-Präsidentschaftswahl 2016 involviert war.

CIA widerspricht, der Kreml auch

Die CIA bestritt jedoch, dass Sorgen wegen Trumps Verhalten den Abzug eines Spions aus Russland veranlasst hätten: "Die irreführende Spekulation, dass der Umgang des Präsidenten mit den sensibelsten Geheiminformationen unserer Nation, auf die er täglich zugreifen kann, zu einer mutmaßlichen Abzugsaktion geführt haben, ist nicht korrekt", sagte CIA-Sprecherin Brittany Bramell zu CNN. Die "New York Times" berichtete, die CIA habe dem Mann bereits Ende 2016 angeboten, ihn außer Landes zu bringen. Grund war demnach, dass die US-Geheimdienste damals bereits öffentlich im Detail die mutmaßlichen russischen Wahlkampfinterventionen enthüllt hatten - insofern habe die Sorge bestanden, dass ihre Quelle aufgedeckt werden könnte. Der mutmaßliche Agent habe seinen Abzug damals aber unter Berufung auf familiäre Gründen noch abgelehnt, schrieb die "New York Times". Die CIA befürchtete der Zeitung zufolge deshalb, es könnte sich um einen Doppelagenten handeln.

Hackerangriffe demaskiert?

Einige Monate später habe der Mann dann aber seiner Ausreise zugestimmt. Nach Informationen der "New York Times" war der Mann die wichtigste Informationsquelle der USA in Russland. CNN berichtete, der mutmaßliche Spion habe jahrzehntelang Informationen an die USA geliefert und in unmittelbarem Kontakt zu Putin gestanden. Unter anderem habe er heimlich Dokumente auf dem Schreibtisch des russischen Präsidenten abfotografiert. Laut "New York Times" soll der Mann Information darüber geliefert haben, dass Putin die mutmaßliche verdeckte russische Kampagne während des vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf selbst dirigiert habe. Der Staatschef sei demnach auch in die Hackerangriffe auf die Parteizentrale der US-Demokraten involviert gewesen, die zu blamablen Enthüllungen über Trumps Wahlkampfrivalin Hillary Clinton führten. Der Abzug des Spions 2017 sei für die CIA ein schwerer Rückschlag gewesen, berichtete die "New York Times". Damit seien den US-Geheimdiensten wichtige Einblicke in mutmaßliche erneute russische Einmischungen in die US-Kongresswahlen von 2018 und die anstehende Präsidentschaftswahl 2020 verwehrt worden.

"Bereich der Schundliteratur"

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte jedoch, die US-Berichterstattung gehöre "eher in den Bereich der Schundliteratur". Er bestätigte lediglich, dass ein von russischen Medien als der angebliche Spion namentlich identifizierter Mann in der Moskauer Regierungszentrale gearbeitet habe. Peskow bestätigte jedoch nicht, dass der Mann tatsächlich ein Spion gewesen sei."Ich weiß nicht, ob er ein Agent war oder nicht. Ich kann nur bestätigen, dass er für die Präsidialverwaltung gearbeitet hat", sagte der Kreml-Sprecher. Der Mann sei "2016 oder 2017" gefeuert worden. Er habe keinen Posten als höherer Beamter bekleidet und auch keinen direkten Kontakt zu Putin gehabt.

(an/afp)

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