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Mauretanien lässt seit Jahren inhaftierten Blogger frei

30.7.2019 21:56 Uhr

Wegen Blasphemie-Vorwürfen war der Blogger Cheikh Ould Mohamed Ould Mhkeitir im konservativen Mauretanien zunächst zum Tode verurteilt worden, später wurde das Urteil in eine Haftstrafe umgewandelt. Jetzt wurde er überraschend freigelassen.

Mkheitir sei laut seiner Anwältin am Montag aus dem Hausarrest entlassen worden, er habe aber weiterhin keine "komplette Bewegungsfreiheit", sagte die Anwältin Fatimata Mbaye der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag.

Der Blogger war 2014 zunächst zum Tode verurteilt worden, bevor ein Berufungsgericht das Strafmaß in eine zweijährige Haftstrafe umwandelte - eine Entscheidung, die im konservativen Mauretanien Proteste hervorrief. Tatsächlich blieb Mkheitir vier Jahre im Gewahrsam. Mkheitir sei nicht länger in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott, sagte die Anwältin. Mauretaniens scheidender Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz hatte die über das gerichtlich angeordnete Strafmaß hinaus bestehende Festhaltung Mkheitirs im Juni mit der "persönlichen Sicherheit" des Bloggers sowie der "öffentlichen" Sicherheit begründet.

Hat der scheidende Präsident für die Freilassung gesorgt?

Menschenrechtsgruppen wie Reporter ohne Grenzen hatten gegen Mkheitirs fortbestehende Festhaltung protestiert und Abdel Aziz Ende Juni dazu aufgerufen, in den letzten Wochen seiner Amtszeit als Präsident die Freilassung Mkheitirs zu erwirken. Am Donnerstag übernimmt Abdel Aziz´ langjähriger Vertrauter Mohamed Ould Cheikh Ghazouani das Präsidentenamt in Mauretanien. Ghazouani hatte die Wahl am 22. Juni mit 52 Prozent der Stimmen gewonnen. Das Ergebnis war jedoch von vier Oppositionskandidaten angefochten worden. Anfang Juli wurden in Mauretanien mehrere Oppositionsanhänger freigelassen, die während Protesten gegen die umstrittene Wahl festgenommen worden waren.

(be/afp)

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