Hürriyet

Matchball gegen Island für die Türkei

13.11.2019 16:05 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Türkei hat in den kommenden Tagen zwei Matchbälle für das Erreichen der EM-Endrunde. Am Donnerstag, dem 14. November 2019 um 18,00 Uhr MEZ kann die Milli Takim bereits die Endrunde im Türk Telekom Stadyumu von Istanbul klarmachen – Sieg oder Remis gegen Island, den Tabellendritten der Gruppe H, vorausgesetzt. DAZN wird das Spiel LIVE ab 18.00 Uhr übertragen. Auf DAZN wird der ehemalige Torschützenkönig der Süper Lig, Ilhan Mansiz, der in Deutschland für den 1. FC Köln und in der Süperlig bei Besiktas Istanbul gespielt hat, als Experte neben Nico Seepe die Partie kommentieren. Nicht nur für Fans des türkischen Fußballs ein absolutes Muss.

Die Türkei wird mit Grauen an die WM-Qualifikation 2018 zurückdenken. Damals scheiterte die Halbmondnation an Island. Die Wikinger waren damals einfach eine Nummer zu groß für die Milli Takim. Und diesmal ist es an der Türkei, dass sie Revanche nehmen kann. Dabei schienen die Rollen in der Gruppe H eigentlich verteilt zu sein. Basierend auf der WM 2018 waren die Franzosen der große Favorit, danach kamen die Isländer und die Türkei hatte niemand wirklich auf dem Radar – zu unstet waren die Leistungen. Das hat Senol Günes auf der Trainerbank abgestellt und sein Team an die Gruppenspitze gebracht. Sechs Siege aus acht Spielen sprechen eine eindeutige Sprache und nun ist es an Günes, seinem Team die Favoritenrolle zu erklären.

Was ist gegen Island zu erwarten?

Die Türkei kann aus einer sicheren Position operieren. Das direkte Duell gegen Frankreich wurde gewonnen und man führt mit vier Punkten vor den ambitionierten und körperlich starken Wikingern aus Island. Dem Team, das der Türkei die einzige Niederlage in der EM-Qualifikation beibrachte. Günes wird sicherlich auf die starke Defensivarbeit seiner Mannschaft setzen, die bisher in acht Matches nur drei Treffer hinnehmen musste. Für eine Defensivtaktik spricht auch die Tatsache, dass der Türkei ein Remis für den sicheren Einzug in die EM-Endrunde ausreicht. Hier gibt es keine Preise für das Schönspielen, auch wenn natürlich der erste Platz in der Gruppe H erklärtes Ziel sein sollte.

Personell kann die Milli Takim nahezu aus dem Vollen schöpfen. Es fehlen nur Irfan Can Kahveci und Altmeister Emre Belözoglu. Als Vorteil für die Türkei könnte sich erweisen, dass Island mit einer bitteren 2:4-Schlappe gegen Albanien an den Bosporus reist. Die Wikinger wissen, selbst wenn die in der Türkei siegen, muss die Halbmondnation noch gegen Andorra Feder lassen, um das eigene Weiterkommen zu gewährleisten. Das wird Coach Erik Hamren wenig zufriedenstellen. Es steht zu erwarten, dass der Trainer sein Team zuerst einmal hinten absichern lässt, um dann möglicherweise die körperliche Überlegenheit bei Standards einzubringen. Lucky Punch und dann hinten die Busse parken. Doch auch das ist, wie das Spiel gegen Albanien zeigte, ein riskantes Unterfangen, denn sattelfest sind die Isländer hinten nicht.

Fazit und Prognose

Psychologisch hat Island den Vorteil, dass sie der Türkei die einzige Niederlage in der Quali beibrachten. Ein Kunststück, das selbst Weltmeister Frankreich nicht schaffte. Das erzeugt Respekt. Hinzu kommt, dass der direkte Vergleich der Nationen deutlich für die Wikinger spricht. Vier der vergangenen fünf Matches konnte Island gewinnen und die Türkei avancierte damit zu einer Art "Lieblingsgegner" auf internationalem Parkett. Für die Türkei spricht, dass man sich nicht verstecken muss, nicht mit dem Rücken zur Wand und unter hohem Leistungsdruck steht. Auch der Heimvorteil hilft der Türkei ganz sicher weiter. Fraglich bleibt aber, wie geht das Team von Günes mit der Favoritenrolle um. Das werden wir am Donnerstagabend um 18.00 Uhr MEZ LIVE auf DAZN erleben. Schaltet ein und feuert euer Team an.

Partie der beiden Teams sind eher torarm. Von daher sollte man nicht unbedingt auf ein Torfestival in Istanbul hoffen. Da dem türkischen Team "ein dreckiges Unentschieden" zum Einzug in die EM-Endrunde 2020 reicht und das Günes-Team in der Defensive Sattelfestigkeit zeigt, ist ein Remis das Ergebnis, mit dem man am ehesten rechnen kann.

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