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Massive Proteste gegen IAA erwartet

14.9.2019 8:55 Uhr

Am Samstag ist der erste Publikumstag der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. Zehntausende wollen mit einer Fahrrad-Sternfahrt und Demos gegen die Klimabelastung durch Autos protestieren.

Die Polizei stellt sich an diesem Samstag auf rund 20 000 Teilnehmer an einer Kundgebung vor dem Messegelände ein (14.30 Uhr). Die Demonstranten werden teils zu Fuß, teils mit dem Fahrrad eintreffen. Im innerstädtischen Verkehr wird mit erheblichen Behinderungen gerechnet. Die Polizei rät Autofahrern, die City weiträumig zu umfahren oder auf U- und S-Bahnen umzusteigen.

Radverkehr statt SUVs

Die Organisatoren, Klimaschutz- und Umweltgruppen, haben sich zum Bündnis "#aussteigen" zusammengeschlossen. Sie werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUVs) zu setzen, um Umsatz zu machen. Anstelle dessen müsse es Vorrang für Rad- und Fußverkehr sowie Bus und Bahn geben, fordern sie.

Geplant ist eine Demo für Fußgänger sowie eine großangelegte Fahrradsternfahrt mit 13 Routen und weit mehr als 500 Kilometern. Auch zwei Autobahnabschnitte werden dafür vorübergehend gesperrt, betroffen sind die A 661 und die A 648. Der ADFC Hessen sprach von der bisher größten Fahrrad-Demo im Rhein-Main-Gebiet überhaupt. Ein Teil der Sternfahrt, der "Kidical Ride", ist explizit auf Familien mit Kindern ausgelegt.

"Klimakiller"

Die IAA 2019 öffnet an diesem Samstag ihre Tore für die breite Öffentlichkeit, sie dauert noch bis 22. September. Besuchern wird empfohlen, am Vormittag anzureisen oder einen Park-and-Ride-Parkplatz anzufahren, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterzukommen. Auch am Donnerstag, am Rande des traditionellen IAA-Rundgangs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), hatte es Protest gegeben. Am Ausstellungsstand von Volkswagen kletterten zwei Greenpeace-Aktivistinnen auf Autos und hielten Plakate mit der Aufschrift "Klimakiller" hoch.

Die Proteste sollen am Sonntag weitergehen. Unter dem Motto "Sand im Getriebe" ist eine Blockadeaktion der Messe geplant. Details dazu haben die Veranstalter noch nicht bekanntgegeben. Gewalt gegen Personen und Beschädigungen von Infrastruktur soll es nicht geben. Für mehr Lebensqualität in den Städten müsse das Auto zurückgedrängt werden, fordern die Organisatoren. Die Polizei erwartet mehrere hundert Teilnehmer.

(be/dpa)

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