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Massenausbruch in Indonesien

11.5.2019 12:21 Uhr

Das war wohl der berühmte eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Weil Häftlinge in einem Gefängnis in Indonesien Drogen konsumierten und dabei von Wärtern erwischt wurden, setzte es Prügelstrafen für die Inhaftierten. Dadurch kam es zu einer massiven Revolte im Gefängnis auf Sumatra und mehr als 100 Gefangene nutzten die Gelegenheit zur Flucht.

Mehr als hundert Häftlinge sind am Samstag aus einem Gefängnis auf der indonesischen Insel Sumatra ausgebrochen. Laut Polizei ertappten Gefängniswächter in den frühen Morgenstunden mehrere Insassen bei der Einnahme von Drogen und bestraften sie mit Schlägen, woraufhin ein Tumult ausbrach. Dabei wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden ein Polizist niedergeschossen und drei Häftlinge durch Messerstiche verletzt. Meuternden Insassen gelang im Anschluss die Flucht, wie die Polizei weiter mitteilte, außerdem brach ein Feuer aus.

Fernsehsender zeigten Aufnahmen der in Flammen stehenden Haftanstalt. Bei einer Großfahndung gelang es den Behörden, 115 Häftlinge wieder festzunehmen, Dutzende weitere waren aber zunächst noch auf freiem Fuß. "Die Polizei sucht immer noch nach den übrigen Gefangenen und wird dabei von der Armee und Anwohnern unterstützt", sagte der Polizeichef der Provinz Riau, Widodo Eko Prihastopo. Gefängnisausbrüche kommen in Indonesien oft vor, viele Haftanstalten sind überfüllt und sanierungsbedürftig.

(ce/afp)