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Markus Frohnmaier weist Vorwürfe zurück

6.4.2019 18:13 Uhr

Medienberichten zufolge soll die politische Arbeit von Markus Frohnmaier von russischem Interesse begleitet sein. Doch der Bundesabgeordnete der AfD weist diese Vorwürfe kategorisch zurück.

"Verrückt. Kann ich mir nicht vorstellen, dass so was geschrieben worden ist. Ich bin hier angetreten, um deutsche Interesse zu vertreten. Das mache ich auch. Jeder, der meine Anträge, Initiativen sieht, der kann das auch nachverfolgen", sagte der 28-Jährige dem ZDF.

Es sei eine "Hetzkampagne" gegen die AfD

Er reagierte damit auf Berichte mehrerer Medien, dass russische Kräfte ihn "absoluter unter Kontrolle" haben könnten. In einem am Samstag veröffentlichen Facebook-Eintrag schrieb Frohnmaier von einer "Hetzkampagne" gegen die AfD vor der Europawahl im Mai.

Das ZDF, das Nachrichtemagazin "Der Spiegel" und weitere Medien hatten zuvor aus E-Mails russischer Staatsbediensteter zitiert. Aus ihnen sollte demnach hervorgehen, dass die Kontakte zu Frohnmaier für russisches Interesse genutzt werden sollen. Die Schreiben eines namentlich genannten Mitarbeiters im Stab eines Parlamentsabgeordneten in Moskau und eines russischen Diplomaten hatte der im Exil lebende Kremlgegner Michail Chodorkowski den Medien zugespielt.

Ein "Warnschuss" vor der Europawahl

Auf seinem Internetportal ließ der frühere Oligarch Auszüge aus den Dokumenten veröffentlichen. Zugleich hieß es dort, dass das Vorgehen im Widerspruch zur offiziellen russischen Politik stehe, sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderes Staates einzumischen. Die Schreiben stammen angeblich aus der Zeit vor der Bundestagswahl 2017.

Der AfD-Politiker Frohnmaier ist für moskaufreundliche Positionen und Reisen auch auf die von Russland 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim bekannt. Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter (CDU) bezeichnete im ZDF Frohnmaiers Kontakte als gravierende Hinweise darauf, dass die russische Politik versuche, die deutsche Innenpolitik zu beeinflussen. Das sei ein "Warnschuss" vor der Europawahl.

(sis/dpa)