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Marihuana ist legal in Kalifornien

14.12.2020 15:17 Uhr

Seit Jahrzehnten ist Cannabis in den USA gesetzlich verboten. Allerdings legalisieren immer mehr Bundesstaaten die Droge. In 15 US-Bundesländern dürfen derzeit Personen ab 21 Jahren Cannabis nutzen, ohne dafür juristisch belangt zu werden. Unter anderem ist in Kalifornien Marihuana erlaubt – und zwar schon seit fast 25 Jahren.

Erlaubt für Schmerzpatienten

Im November 1996 waren die Bürger Kaliforniens dazu aufgerufen, über einen Gesetzesvorschlag abzustimmen. Die so genannte California Proposition 215 hatte das Ziel, in Kalifornien Hanf zu medizinischen Zwecken zu erlauben. Initiiert wurde die Abstimmung unter anderem von Dennis Peron, der seit den 1970er-Jahren für die Legalisierung von Cannabis in Kalifornien kämpfte. Um die Proposition 215 an den Start zu bringen, sammelte er etwa 800.000 Unterschriften, die er bei der Regierung des Bundesstaates einreichte. Beim Volksentscheid stimmten 55,6 Prozent der Bürger dafür, in Kalifornien Marihuana im Rahmen von medizinischen Behandlungen zu erlauben. Daraufhin wurde die entsprechende Klausel in die kalifornische Gesetzgebung aufgenommen. Im Jahr 2004 machte die erste Marihuana-Apotheke in Kalifornien auf, in der Patienten, die über eine ärztliche Verschreibung verfügten, das Rauschmittel kaufen konnten.

Erfolgreich nach mehreren Anläufen

Doch den Befürwortern von Cannabis in Kalifornien war dies nicht genug. Sie wollten das Rauschmittel für die Allgemeinheit freigeben lassen. Nach mehreren gescheiterten Versuchen veranlassten sie im November 2010 eine weitere Volksabstimmung: Proposition 19. Diesmal stimmten jedoch 54 Prozent der Bewohner des Bundesstaats gegen eine Änderung des Gesetzes. Dies blieb jedoch nicht der letzte Versuch, in Kalifornien Hanf erlauben zu lassen. Im Jahr 2016 sprachen sich 57,1 Prozent der Bürger im Rahmen der Proposition 64 für eine generelle Freigabe von Hanf aus. Im November 2016 wurde das entsprechende Gesetz verabschiedet, Anfang 2018 trat es in Kraft.

Verkauf und Anbau unter Lizenz

Seitdem ist es Bürgern über 21 erlaubt, Cannabis zu erwerben. Dies können sie jedoch nur in einer Marihuana-Apotheke in Kalifornien tun, die über eine entsprechende Lizenz von der Regierung des Bundesstaats verfügen. Auch wer Marihuana in Kalifornien anbauen will, muss dieses Vorhaben lizenzieren lassen. Dafür zahlt man eine Gebühr an den Bundesstaat und muss verschiedene Auflagen erfüllen. So muss beispielsweise die Fläche, auf der die Hanfpflanzen angebaut werden, rund um die Uhr mit Kameras überwacht werden.

Überwältigende Nachfrage

Als im Januar 2018 die Läden öffneten, in denen Marihuana legal erworben werden konnte, bildeten sich aufgrund des großen Andrangs schnell Menschenschlangen. Wer vor Ort THC-haltige Produkte einkauft, muss diese auch in Kalifornien konsumieren. Es ist verboten, sie in einen anderen US-amerikanischen Bundesstaat oder gar ins Ausland mitzunehmen. Allerdings ist der Kauf erlaubt, wenn man über ein ausländisches Reisedokument verfügt. Seit der Legalisierung erhebt die kalifornische Regierung Steuern auf den Verkauf von Cannabis. Dies war noch nicht der Fall, als das Rauschmittel lediglich zu medizinischen Zwecken erworben werden durfte. Aufgrund des erhöhten Verkaufspreises fühlen sich Personen benachteiligt, die THC zur Behandlung von Schmerzen benötigen. Übrigens wurde der Verkauf von Marihuana während der vom Coronavirus ausgelösten Pandemie von der kalifornischen Regierung als lebenswichtig eingestuft. Somit dürfen die entsprechenden Läden weiterhin offen sein, während andere schließen mussten.

(Hürriyet.de)

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