Symbolbild: imago images / Steinach

Mann in U-Bahnhof vor Pfeiler gestoßen - Opfer querschnittsgelähmt

6.2.2020 22:54 Uhr

Ein junger Mann soll nach einer heftigen Auseinandersetzung in einem Münchner U-Bahnhof wegen schwerer Körperverletzung zwei Jahre und drei Monate in Haft. Dazu verurteilte das Amtsgericht München den Angeklagten aus dem Landkreis Ebersberg nach Angaben eines Gerichtssprechers am Donnerstag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Strafe fiel wegen der außergewöhnlich schweren Folgen für das Opfer hoch aus. Der Mann, der als Nebenkläger in dem Prozess auftrat, ist seit der Tat komplett gelähmt und kann nur wenige Minuten selbstständig atmen.

Der Angeklagte hatte den rund 20 Jahre älteren Mann im Januar 2018 bei einer Auseinandersetzung in der U-Bahn-Station Fraunhoferstraße gegen einen Betonpfeiler gestoßen. Die Polizei fahndete damals mit einem Foto nach dem Täter, das eine Zeugin von ihm gemacht hatte. Nach rund zwei Wochen und zahlreichen Hinweisen stellte sich der junge Mann der Polizei.

Opfer in schwerem Zustand

Das Opfer erlitt eine Gehirnblutung, ist seither querschnittsgelähmt und auf eine 24-Stunden-Intensivpflege angewiesen. Der Mann braucht ein Beatmungsgerät. Nach Angaben seines behandelnden Arztes, der am Donnerstag vor Gericht ausgesagt hatte, gibt es kaum Hoffnung, dass sich an dem Zustand des Mannes noch etwas ändern wird.

Der Angeklagte sagte in seinem letzten Wort: "Ich hätte aus heutiger Sicht weitergehen sollen. Ich würde jederzeit mit dem Geschädigten tauschen."

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und acht Monate Haft wegen schwerer Körperverletzung gefordert, die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe.

(gi/dpa)

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