Symbolbild: imago images / PanoramiC

Mann bei Paris auf offener Straße enthauptet

16.10.2020 21:27 Uhr

Nach der Enthauptung eines Mannes auf offener Straße an einer Schule in der Nähe von Paris am späten Freitagnachmittag haben die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Man ermittle unter anderem wegen Mordes mit islamistischem Terrorhintergrund, bestätigte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Der Verdacht begründet sich auf Zeugenaussagen, die den Täter während der Tat "Allahu Akbar" ("Gott ist groß" in arabischer Sprache) rufen hörten und das der Polizei mitteilten. Zudem habe der Getötete, laut AP ein Geschichtslehrer, während des Unterrichts die Mohammed-Karikaturen thematisiert und diskutiert, wie "Le Parisien" berichtet.

Der Sender BFM TV berichtete, dass der mutmaßliche Täter von der Polizei getötet worden sei. Andere Medien schrieben, er sei von der Polizei schwer verletzt worden. Es hieß, dass er die Polizisten zuvor angegriffen habe. Das Opfer soll am Freitagnachmittag in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris auf offener Straße angegriffen worden sein. Die Polizei schrieb auf Twitter, dass dort aktuell ein Einsatz laufe und die Menschen den Bereich meiden sollten. Es mehren sich die Berichte, dass der Täter eine 18-jährige männliche Person gewesen sein soll, die in Russland geboren wurde

Bisher 250 Tote in Frankreich durch islamistische Terrorakte

Der mutmaßliche Angreifer soll dann im nahe gelegenen Éragny-sur-Oise von der Polizei aufgegriffen worden sein. Auch hier warnte die Polizei via Twitter, den Bereich zu meiden, ohne weitere Angaben zu machen. Es mehren sich die Berichte, dass der Täter eine 18-jährige männliche Person gewesen sein soll, die in Russland geboren wurde. Wie "France Info" meldet, hat der Terrorist nach der Tat noch ein Bild der Tat auf Twitter gepostet, wo er sich als "Tschetschene" bezeichnete und geschrieben, er habe die Tat "im Namen Allahs" begangen. Er wolle damit eine Nachricht an Präsident Macron senden, "den Führer der Ungläubigen". Er habe, so seine Worte auf Twitter, "einen der Höllenhunde (von Macron, Anmerkung der Redaktion) hingerichtet, der es gewagt habe, Mohammed herabzuwürdigen". Dem beigefügt wurde das Bild der enthaupteten Person, des Geschichtslehrers, auf der Straße. Eine Reproduktion des Bildes - auch in Auszügen - kommt für uns als Redaktion nicht in Frage.

Tweet des islamistischen Terroristen, der einen Geschichtslehrer bei Paris auf offener Straße enthauptet hat

Richard Ferrand, Präsident der französischen Nationalversammlung, kommentierte die Tat auf Twitter mit den Worten: "Die Ermordung eines Geschichtsprofessors ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Werte der Republik. Einen Professor anzugreifen bedeutet, alle französischen Bürger und die Freiheit anzugreifen. Wir trauern um diesen Professor und denken an seine Familie und all seine Kollegen."

Emmanuel Macron, Präsident von FRankreich und sein Premier Jean Castex werden den Tatort noch heute besuchen. Auch Innenminister Gerald Darmanin wird bald zugegen sein, denn er brach nach dem Terrorakt seine Reise nach Marokko unverzüglich ab. Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen. Daher ist die Terrorgefahr fast ständig im Bewusstsein der Menschen. Erst vor einigen Wochen hatte es vor dem ehemaligen Redaktionsgebäudes des Satiremagazins "Charlie Hebdo" eine Messerattacke gegeben.

Zuletzt aktualisiert mit dem Screenshot des Tweets des Terroristen: 10/16/2020 21:46

(ce/dpa)

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