epa/Vatican Media Handout

Maltas Regierungschef besucht Papst

9.12.2019 9:15 Uhr

Der noch amtierende Regierungschef Joseph Muscat ist für eine "strikt privaten" Audienz im Vatikan von Papst Franziskus empfangen worden. Der durch die Krise um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia politisch angeschlagene Muscat erschien zu dem Treffen am Samstag in Begleitung seiner Frau und anderer Verwandter, wie der Vatikan mitteilte.

Journalisten waren - anders als sonst üblich - nicht zugelassen. Weitere Details wurden nicht bekannt. Vor der Audienz hatten 22 maltesische Akademiker in einem Brief an den Papst gefordert, Muscat nicht zu empfangen.

Lang geplante Papst-Audienz

Die Audienz war schon geplant, bevor Muscat Anfang Dezember ankündigte, er werde als Regierungschef abtreten, wenn am 12. Januar 2020 ein neuer Vorsitzender seiner Labour-Partei gewählt werde. Zuvor hatte es im Skandal um die Ermordung der regierungskritischen Bloggerin vor mehr als zwei Jahren weitere Festnahmen möglicher Hintermänner gegeben. Auch mehrere Regierungsmitglieder traten zurück, darunter Muscats damaliger Stabschef Keith Schembri.

Caruana Galizia war im Oktober 2017 mit einer Autobombe in der Nähe ihres Hauses auf der kleinen Mittelmeerinsel in die Luft gesprengt worden. Sie hatte in ihrem Blog Korruption und Vetternwirtschaft in Politik und Wirtschaft des Landes angeprangert und zu den sogenannten "Panama Papers" recherchiert. Wegen der schleppenden Ermittlungen in dem Mordfall gab es auf Malta massive Proteste.

Muscat war am Freitag in Rom eingetroffen. Eine Rede auf der Mittelmeerkonferenz MED 2019 sagte er aber in letzter Minute ab. Die Familie der Journalistin und viele Bürger des EU-Landes fordern nicht zuletzt wegen des Vertrauensverlustes in die Regierung, dass Muscat sofort zurücktritt.

(an/dpa)

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