epa/Ludovica Marin

Malis Präsident will Dialog mit islamistischen Terroristen

12.2.2020 11:23 Uhr

Um das Land zu befrieden will die Regierung Malis nun auf Gespräche mit islamistischen Terroristen setzen. Präsident Ibrahim Boubacar Keïta erklärte in einem Interview französischen Medien, er versuche in dem westafrikanischen Krisenstaat «das Unmögliche eines inklusiven nationalen Dialogs».

Den Sendern RFI und France 24 hatte er bereits am Montag erklärt: «Unsere Empfehlungen sehen auch diesen Aspekt vor; warum nicht den Kontakt mit jenen suchen, von den wir wissen, dass sie bei der Situation in Mali die Fäden in der Hand halten?.» Unklar blieb, mit welchen der Milizen die Regierung sprechen möchte und mit welchen nicht.

Etliche aktive, bewaffnete Gruppen im Land

In den Staaten der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen. Besonders von Anschlägen betroffen waren in den vergangenen Monaten der Niger, Mali und Burkina Faso sowie Nigeria.

Frankreich und verbündete afrikanische Länder hatten Mitte Januar angekündigt, den Kampf gegen die Terrorgruppen auf das gefährdete Grenzgebiet zwischen Mali, Burkina Faso und Niger zu konzentrieren. Hauptfeind sei dort die Gruppierung Islamischer Staat Große Sahara, ein Ableger der Terrormiliz IS.

Französische Truppen tragen neben der malischen Armee die Hauptlast des Kampfes gegen die Islamistenmilizen. Die seit 2013 in Mali stationierte UN-Truppe zur Stabilisierung des Landes (Minusma) soll Waffenruhevereinbarungen und die Umsetzung eines Aussöhnungsabkommens der Regierung mit bewaffneten Gruppen unterstützen, in die Gruppen wie der Islamische Staat und Al-Kaida nicht einbezogen sind. Sie hat damit kein vergleichbares Mandat.

In Mali sind auch bis zu 1100 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Sie sind Teil der Minusma sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali. Frieden und Stabilität in Mali zu erreichen, ist auch für Deutschland wichtig: Zum einen ist der Staat ein Transitland für Migranten. Zum anderen könnten Islamisten bei einem Staatszerfall ihre Macht festigen - nur eine Landesgrenze vom Mittelmeer entfernt.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.