Hürriyet

Maler Leonardo da Vinci beschreibt in Tagebuch Tsunami vor Antalya

9.12.2020 15:04 Uhr

Leonardo da Vinci ist als Maler weltberühmt. Was die wenigsten allerdings wissen: Der Italiener, der zwischen 1452 und 1519 lebte, war zu seiner Zeit auch ein angesehener Ingenieur und Geologe. In dieser Funktion war da Vinci im Jahre 1489 in der türkischen Mittelmeer-Provinz Antalya zu Gegend und soll dort einen Tsunami erlebt haben. Das berichtete er in einem seiner Tagebücher.

"Da Vinci wurde damals gebeten, Stadtmauern gegen die Osmanen zu planen, weshalb er nach Antalya reiste", sagt der Historiker Nihat Dipova von der Akdeniz-Universität in Antalya. Während seines Aufenthalts soll das Seebeben passiert sein.

Tsunami theoretisch jederzeit in der Türkei möglich

"Unter dem Meer vor Adalia (dem heutigen Antalya, Anm. d. Red.) in der Nähe von Rhodos ereignete sich ein Beben. Auf dem Meeresboden bildete sich ein riesiger Riss. Mehr als drei Stunden lang füllte das Meerwasser diesen Riss. Dann zog sich das Meer zurück", zitiert Dipova aus dem Tagebuch da Vincis. "Das ist ganz eindeutig eine Beschreibung eines Tsunami", so der Wissenschaftler.

Theoretisch könne die Türkei auch heute jederzeit von einem Tsunami getroffen werden, erklärte Dipova, da das Land erdbebengefährdet und zu dreiviertel von Meeren umgeben ist. Allerdings sei die Gefahr überschaubar. "Wenn von Tsunami die Rede ist, dürfen wir nicht sofort an die Katastrophe auf Sumatra (indischer Ozean, Anm. d. Red.) im Jahr 2004 denken. Dieser Tsunami ereignete sich, weil die 1200 Kilometer lange Verwerfung massiv verrutschte. In der Türkei gibt es keine so langen Verwerfungen."

(mb)

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