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Malatyaspor besiegt Göztepe im Elfmeterschießen

27.2.2019 20:53 Uhr, von Chris Ehrhardt

Am heutigen Pokalabend in der Türkei trafen zwei Teams aus der Süper Lig aufeinander. Göztepe Istanbul, im Tabellenkeller der Liga, hatte mit Yeni Malatyaspor den Tabellensechsten zu Gast. Und die Rollen waren vorher klar verteilt: Malatyaspor war nicht zuletzt wegen der 1:0-Heimsieges im Hinspiel favorisiert. Doch es kam im türkischen Pokal zu vielen Überraschungen, welche die Pokalweisheit "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze" unterstrichen. Würde auch Göztepe die Hinspielniederlage vor eigenem Publikum drehen können?

Wer als Team aus dem Hinspiel hinten liegt, der sollte gerade vor heimischer Kulisse versuchen, das Ergebnis zu drehen. Das mochte Göztepe zwar gewollt haben, aber es passierte in dieser Richtung einfach zu wenig in den ersten 45 Minuten. Die Angriffe von Izmir waren einfach zu wenig strukturiert, zu drucklos und zu wenig konsequent durchgespielt. Malatya tat in der ersten Hälfte darum nicht mehr, als das Team tatsächlich musste. Wirklich zwingende Situationen, die unter allen Umständen zu einem Tor hätten führen müssen, waren darum Fehlanzeige. Es ging mit einem 0:0, mit dem die Gäste aus Malatya weiter wären, in die Kabinen.

Würde die zweite Hälfte guten Fußball bringen?

In der zweiten Hälfte zeigte sich Göztepe weit agiler als zuvor. Und so gab es dann in der 51. Minute etwas wie eine "Halbchance". Der Ball trudelte an den Pfosten, ein Verteidiger war am Boden und der Ball kullerte ihm an die Hand und den Arm. Großer Protest bei Göztepe, denn man wollte einen Elfer sehen. Verständlich, wenn an das gestrige Spiel zurückdachte, in dem Ümraniyespor einen Strafstoß für eine Situation bekam, als dem Verteidiger der Ball an die Hand flog. Hier wurde der Elfer nicht gepfiffen und durch die fehlende Linie machen sich die Referees der Türkei selbst das Leben schwer.


Malatyaspor zeigte sich auch in den zweiten 45 Minuten bis zur 67. Spielminute eher "sporadisch" in der Box von Göztepe. Fast 60 Prozent Ballbesitz hatte das Heimteam – ohne etwas daraus zu machen. Und diese Inaktivität rächte sich in der 73. Minute. Nach einem heiß diskutierten Freistoß war Cameron Jerome nach Flanke von Berkan Emir mit dem Kopf da, um das Runde entspannt ins Eckige zu bringen - 1:0 für Göztepe und damit das Hinspielergebnis egalisiert.


<span>Würde Malatyaspor nun energischer nach vorne marschieren und damit hinten offen machen? Doch selbst wenn die Gäste attackierten, war Göztepe stets auf der Höhe des Geschehens. Der eigene Gefahrenbereich wurde kompromisslos gefegt. So stellte Izmir sicher, dass bis zum Abpfiff nichts mehr anbrannte und das Spiel in die Verlängerung ging.
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Wer macht in der Verlängerung das Rennen?

Die Gretchenfrage war, wie würde Malatyaspor nun operieren. Weiter hinten den Bus parken? Dafür, dass es hier um das Weiterkommen im Pokal und das Erreichen des Halbfinales ging, war erstaunlich wenig "Betrieb" auf dem Platz. Göztepe gurkt in der Liga in der Nähe der Abstiegsplätze rum und der Meisterzug ist für Malatya längst abgefahren. Das muss dann in so einem Spiel mehr kommen. In der 105. Minute endlich etwas mehr Druck von Göztepe, aber Serdar Gürler verzog nach schöner Einzelleistung in der Box und der Ball ging gut zwei Meter am Tor vorbei. Damit war die erste Halbzeit der Verlängerung durch.


Wenn man ehrlich ist und analysiert, muss man sagen, dass sich das Spiel zog wie Kaugummi. Gut, dass zumindest die Fans auf den Rängen Stimmung machten, obwohl es nach türkischer Zeit bereits knapp 22.30 Uhr war. In der 113. und 114. Minute war Göztepe zweimal nah dran, doch etwas Zählbares zu erreichen. Aber Zuerst kriegte Gürler die Kugel vor der Grundlinie nicht in die Box gezogen und danach löffelte Axel N'gando den Ball knapp am Tor vorbei. Das roch nach Elferschießen. Und es kam, wie es zu vermuten war. Auch nach 120 Minuten stand es weiter 1:0 für Göztepe. Das bedeutete nach dem Hinspielergebnis von 1:0 für Malatya, dass das Elferschießen entscheiden musste. Würde nun doch etwas wie Spannung aufkommen können?

Malatya durfte vorlegen, Göztepe konnte nachlegen. Marques und Borges trafen beide vom Punkt. Das taten auch Aleksic und Gürler. Pereira traf für die Gäste und dann machte ihn Titi nicht, sondern traf den Pfosten - Vorteil Malatya und man musste nur noch alle reinmachen, um ins Halbfinale zu ziehen. Cigiran traf, N'gado ebenso. Ahmed Ildiz semmelte die letzte Pille rein und damit war es klar, dass Malatyaspor ins Halbfinale einzöge. Das konnte sich Izmir selbst zuschreiben, denn das Elferkicken war nicht nötig, hätte man die Chancen genutzt.

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