epa/Manuel Bruque

Mafia größte Bedrohung für Europas Sicherheit

16.4.2019 21:02 Uhr

Die größte Bedrohung für die Sicherheit in Europa ist nach Ansicht von Europol das organisierte Verbrechen. Verbrechen und Gewalt von Mafia-ähnlichen Banden hätten deutlich zugenommen, sagte Jari Liukku von der europäischen Polizeibehörde am Dienstag in Den Haag auf einer internationalen Konferenz.

Führend seien die italienischen Mafia-Banden. Sie operierten international, seien kaum aufzuspüren und wie Konzerne sehr effektiv organisiert. Auch Gruppen etwa aus Albanien oder Osteuropa seien stark im Kommen.

Von Menschenschmuggel bis hin zum Waffenhandel

Die Ermittler schätzen, dass mehr als 5.000 Mafia-ähnliche Gruppen in Europa aktiv sind mit Mitgliedern aus mehr als 100 Ländern. Sie seien im Drogenhandel aktiv und verdienten auch an Menschenschmuggel, Raub, Menschen- und Waffenhandel. Die Milliardengewinne werden, so die Ermittler, in legitimen Unternehmen gewaschen. Das organisierte Verbrechen infiltriere auf diese Weise die Wirtschaft.

Die Ermittler stellten die kalabrische Ndrangheta als besonders bedrohlich dar. Sie breite ihr Operationsgebiet immer weiter nach Osteuropa aus, sagte der Direktor der italienischen Anti-Mafia-Einheit, Giuseppe Governale. Die Ndrangheta ist nach seinen Worten auch in Deutschland und Belgien aktiv. "Durch Korruption und Gewalt dringen sie tief in die Gesellschaft ein und werden immer größer und einflussreicher."

Ermittler aus EU-Mitgliedsstaaten beraten zurzeit in Den Haag am Sitz von Europol über Strategien im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Wegen der Migrationskrise und akuten Terrorgefahr seien die Banden aus dem Fokus geraten, klagte Europol. Um effektiv gegen sie vorzugehen, müssten die Ermittler Europas enger zusammenarbeiten und sich auf die Köpfe der Banden und ihre Strukturen konzentrieren.

(an/dpa)