dpa

Macron: Entschlossen, mit der Türkei in kooperativen Dialog einzutreten

11.9.2020 10:09 Uhr

Im Streit um Erdgaserkundungen im östlichen Mittelmeer fordern Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Partner aus dem europäischen Süden die Türkei zum Kurswechsel auf. "Wir sind entschlossen, wieder in einen kooperativen Dialog einzutreten", sagte Gipfelgastgeber Macron. "Aber wir fordern auch, dass unsere Prinzipien langfristig respektiert werden."

Es gebe volle Unterstützung und Solidarität mit Griechenland und Zypern, teilten Frankreich und sechs weitere südliche EU-Staaten am späten Donnerstagabend bei einem Gipfeltreffen in Ajaccio auf der Mittelmeerinsel Korsika mit. Aus Ankara kam schon vor dem offiziellen Beginn des Gipfels eine harsche Antwort: Macron habe eine "arrogante Erklärung" abgegeben, die Ausdruck seiner Unfähigkeit und Verzweiflung sei, hieß es in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums. Macrons Verhalten weise "alte kolonialistische Reflexe" auf und gefährde die Interessen der EU. Er sei außerdem nicht dazu befugt, über Grenzen im Mittelmeer zu entscheiden.

Dialog in Aussicht?

Der französische Präsident Macron wird von CNNTürk folgendermaßan zitiert: "Unser Ziel ist es, normale Beziehungen zur Türkei aufzubauen, um Stabilität in der Region zu gewährleisten, die einseitigen Aktionen und Bohrarbeiten zu beenden, das Waffenembargo gegen Libyen zu respektieren und die Probleme in der Region im internationalen Rahmen zu verhandeln. Ich denke, dass die Verhandlungen zwischen der Türkei und der EU für beide Seiten von Vorteil sind. Im Bereich Wirtschaft und Energie könnte es erneut eine gemeinsame Agenda geben."

EU-Sondergipfel am 24. September

Im östlichen Mittelmeerraum hat sich die Lage zuletzt gefährlich angespannt. Die Türkei sucht nach Erdgasvorkommen. Griechenland und Zypern sind der Ansicht, dass die Bohrungen in ihren Seegebieten erfolgen und damit illegal sind. Ankara weist dies zurück.

Die EU hatte Ankara wegen der Erdgaserkundungen bereits ein Ultimatum gesetzt und mit zusätzlichen Sanktionen gedroht. Wenn es in den nächsten Wochen keine Fortschritte beim Dialog gebe, könne beim EU-Sondergipfel am 24. September eine Liste weiterer Strafmaßnahmen diskutiert werden, hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Ende August angekündigt. Diese würden auch Wirtschaftssanktionen umfassen.

(be/dpa/CNNTürk)

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