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Maas ruft Türkei und Griechenland zu Gesprächen auf

25.8.2020 9:51 Uhr

Vor seiner Vermittlungsreise nach Griechenland und in die Türkei hat Bundesaußenminister Heiko Maas beide Länder zu Gesprächen über ihre Gebietsansprüche im Mittelmeer aufgerufen.

"Eine weitere Eskalation kann allen Seiten nur schaden, vor allem aber den unmittelbar Beteiligten vor Ort", sagte Maas am Dienstag vor seinem Abflug in Berlin. Statt neuer Provokationen seien nun endlich Schritte der Entspannung und der Einstieg in direkte Gespräche notwendig. "Dabei wollen wir nach Kräften unterstützen."

Der Streit über türkische Erdgaserkundungen vor griechischen Inseln im östlichen Mittelmeer ist in den vergangenen Wochen immer weiter eskaliert. Griechenland hält die Erkundungen für illegal. Auch die EU hat die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie einzustellen. Die Regierung in Ankara vertritt dagegen den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

Türkei werde "keinen Schritt" zurückweichen

Das EU-Mitglied Griechenland schließt bislang einen direkten Dialog aus, solange die Forschungen des türkischen Schiffes "Oruc Reis" andauern. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wiederum betonte am Montagabend, dass sein Land "keinen Schritt zurückweichen" werde.

Deutschland versucht in dem Streit zu vermitteln. Maas unternimmt nun einen neuen Anlauf. Der Außenminister wird in Athen zunächst Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis und Außenminister Nikos Dendias treffen. In Ankara kommt er dann mit Außenminister Mevlüt Cavusoglu zusammen. "Die Türkei und Griechenland sind unsere Nato-Verbündeten. Lösungen für die Streitfragen um die Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer kann es nur auf Grundlage des Völkerrechts und im aufrichtigen Dialog miteinander geben", betonte Maas vor seiner Abreise.

Das Verhältnis zur Türkei wird auch ein Thema beim EU-Außenministertreffen am Donnerstag und Freitag in Berlin sein.

Steffen Seibert: Ziel ist direkter Dialog

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte zu der Vermittlungsmission von Außenminister Maas in Athen und Ankara, dass man in der Mittelmeerregion Stabilität benötige, aber kein zusätzliches Spannungsfeld. Darum, so Seibert, werde sich die Bundesregierung weiterhin für den Dialog einsetzen, für die Diplomatie. Ziel ist es, die beiden NATO-Partner und Nachbarländer an einen Tisch zu bekommen, damit sie in den direkten Dialog treten. Nur so ließen sich strittige Fragen per Beratung klären.

Burger: "Eine Eskalation hätte weitreichende Folgen"

In ähnlicher Weise äußerte sich auch Christofer Burger, Sprecher des Auswärtigen Amtes, zur Mission seines Chef Heiko Maas. Er betonte, dass Maas alles daran setzen werden, beide Streitparteien zu einem Dialog zu bringen. Ziel müsse es sein, die Deeskalation herbeizuführen. Nur so wäre es möglich, Lösungen zu finden und die Lage zu entspannen. Es würde strittige Punkte bezüglich möglicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer geben, die man aber bei Gesprächen an einem Tisch – zur Not auch mit Mediation – klären könne.

Zuletzt aktualisiert : 8/25/2020 9:57 Aussagen Seiberts und Burgers hinzugefügt

(be/dpa)

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