dpa

Luxemburg könnte Vorbild für Deutschland sein

29.2.2020 13:33 Uhr

Luxemburg kann mit seiner Politik für mehr öffentlichen Nahverkehr ein Modell auch für deutsche Städte und Regionen sein. Dies sagte der Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Alexander Handschuh, der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es nicht nur um die Umstellung auf kostenloses Bus- und Bahnfahren im Großherzogtum von diesem Samstag an, sagte Handschuh. Luxemburg könne Vorbild sein, weil es mit einem Gesamtkonzept "sehr konsequent versuche, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken".

Das Gratis-Angebot für öffentliche Verkehrsmittel könne "sicherlich einer der Schritte" der Zukunft auch für Deutschland sein, sagte Handschuh. Allein damit sei die Verkehrswende aber noch nicht geschafft. Entscheidend sei der Umbau des Verkehrsraumes, der Ausbau der Angebote, die Verbesserung der Qualität. "Wir brauchen einen Masterplan Verkehrswende", forderte Handschuh. "Wir müssen weg von der autogerechten Stadt, wie wir sie in den 1960er und 1970er Jahren geplant und gebaut haben, hin zu einer Stadt, die für die Menschen und die Bürger gemacht ist - und die dann Vorrang einräumt für Radverkehr, für Fußgängerverkehr und für ÖPNV."

Verkehrswende bringt Milliardenkisten mit

Die Verkehrswende bedeute "Milliardenkosten für Deutschland - und sei ein langer Prozess. Bund, Länder und Kommunen müssten "ein bisschen mehr Entschlossenheit an den Tag legen", sagte Handschuh. Der Ein- und Auspendelverkehr in Ballungsräume und der Verkehr in Städten könnten "perspektivisch nicht mehr mit einem Auto und einer Person funktionieren". Es brauche neue Lösungen aus Klimaschutz- und Umweltschutzgründen. Und es gehe um Lebensqualität. "Wenn die Städte immer mehr verstopft sind und die Stauzeiten so zunehmen, dann ist das nicht schön."

Luxemburg mit rund 620.000 Einwohnern ist von diesem Samstag an das erste Land der Welt, in dem alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos sind. Bus- und Bahnlinien werden massiv ausgebaut. Allein auf der Schiene investiert Luxemburg von 2018 bis 2027 rund vier Milliarden Euro.

(ce/dpa)

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