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Luftverschmutzung in der Türkei nimmt wieder zu

15.8.2020 16:23 Uhr

Die Luftqualität in der Türkei liegt über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Sicherheitsgrenzwerten. Dies geht aus den Datensätzen der Plattform "Recht auf saubere Luft" hervor. Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich mit dem Thema Luftverschmutzung im Land befasst.

Die Plattform teilte der Öffentlichkeit am 13. August die Ergebnisse ihrer Studie „Schwarzer Bericht 2020: Luftverschmutzung und Auswirkungen auf die Gesundheit“ mit. Die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung in der Region zwischen 2016 und 2020 wurden in der Studie bewertet. Es wurde ebenso der "Vier-Jahresbericht" zur Luftverschmutzung der Türkei angekündigt. Laut dem Bericht lag die Luftverschmutzung in 98 Prozent der 51 Provinzen, die 2019 im Land gemessen wurden, über den WHO-Grenzwerten.

Regionen mit 18 Millionen Einwohnern konnten nicht berechnet werden

In 70 Prozent der Provinzen lag der Verschmutzungsgrad im Rahmen der Forschungsstudie über den nationalen Grenzwerten. Die Luftverschmutzung lag nur in den südlichen Provinzen Adana und Hatay unter den von der WHO empfohlenen Sicherheitsgrenzwerten. Die drei wichtigsten Provinzen mit der höchsten Luftverschmutzung im vergangenen Jahr waren laut der Studie die östliche Provinz Igdir, die zentralanatolische Provinz Corum und die nordwestliche Provinz Düzce. Im vergangenen Jahr konnte die Luftqualität in 30 Provinzen mit fast 18 Millionen Einwohnern aufgrund unzureichender Daten zur Luftqualität nicht berechnet werden.

In den letzten drei Jahren gab es in drei Provinzen, in denen fast 2,2 Millionen Menschen leben, einschließlich der zentralanatolischen Provinz Eskisehir, keine Informationen über die Luftverschmutzung. Die drei Provinzen mit der höchsten Anzahl an Todesfällen aufgrund von Luftverschmutzung im letzten Jahr waren Istanbul, Izmir und Manisa, wo sich viele Industrieanlagen befinden. Die Provinz mit der höchsten Zahl von Todesfällen pro Kopf aufgrund von Luftverschmutzung im Jahr 2019 war Igdir mit 33,5 Prozent, was dem Wert der Vorjahre entspricht.

Luftverschmutzung im Juni wieder angestiegen

Fast 7,9 Prozent aller Todesfälle hätten 2019 verhindert werden können, wenn die Luftverschmutzung im Land laut dem Bericht auf den WHO-Richtwert gesenkt worden wäre. Das Problem der Luftverschmutzung ist in Igdir, Düzce und Manisa zu einem chronischen Problem geworden. Die Provinzen mit der saubersten Luft sind die Schwarzmeerprovinzen Ardahan, Rize und Artvin. Auch wenn die Luftverschmutzung in Ardahan, Rize und Artvin drei Jahre lang auf dem niedrigsten Stand gemessen wurde, kann die Luftverschmutzung in den Provinzen temporär die von der WHO empfohlenen Werte überschreiten, heißt es in dem Bericht.

In der ersten Jahreshälfte wurde eine Verbesserung der Luftqualität der türkischen Metropolen infolge des geringeren Verkehrsaufkommens beobachtet. Das lag an Bewegungseinschränkungen im Rahmen der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie und der dafür ergriffenen Maßnahmen in der Türkei. Die Luftverschmutzung stieg jedoch im Juni wieder an, da die Aktivitäten mit der Wiedereröffnung von Industrieanlagen und der Aufhebung der Reisebeschränkungen zunahmen.

(ce)

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