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Luftraum der EU für Boeing 737 Max 8 gesperrt - Wo fliegt sie noch, wo steht sie schon?

12.3.2019 20:19 Uhr

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien haben mehrere Länder ihren Luftraum für Flugzeuge dieses Bautyps gesperrt. Die Katastrophe war nicht die erste. Im November war in Indonesien schon einmal eine Boeing des gleichen Typs abgstürzt. Die Fluggesellschaften und Flughäfen rund um den Globus sind alarmiert.

Europäische Union

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Die Ankündigung am Dienstagabend kam nur wenige Stunden, nachdem bereits mehrere EU-Länder ihren Luftraum für die Boeing-Maschinen gesperrt hatten, darunter auch Deutschland und Großbritannien. Das Verbot gelte als "Vorsichtsmaßnahme" für die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA. Als Grund führte die Behörde den Absturz einer Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien an. Dabei kamen 157 Menschen ums Leben. Ein Flugzeug des gleichen Typs war bereits im Oktober in Indonesien abgestürzt.

Singapur

Singapur verbannt nach der Flugzeugkatastrophe in Äthiopien vorerst alle Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX aus seinem Luftraum. In Singapur dürften vorübergehend keine Flugzeuge dieses Modells starten oder landen, teilte die Luftfahrtbehörde des südostasiatischen Landes am Dienstag mit. Sie begründete dies damit, dass "in weniger als fünf Monaten" zwei Boeing 737 MAX abgestürzt seien.

Australien

Nach dem Absturz einer Boeing in Äthiopien hat auch Australien alle Maschinen des US-Flugzeugbauers vom Typ 737 Max aus seinem Luftraum verbannt. Es handele sich um eine "vorübergehende" Maßnahme, bis weitere Informationen über die Sicherheitsrisiken verfügbar seien, erklärte die Flugaufsichtsbehörde CASA am Dienstag.

Die Behörde bedauere die Unannehmlichkeiten für die Passagiere, erklärte deren Chef Shane Carmody. Es sei jedoch wichtig, "die Sicherheit an die erste Stelle zu setzen".

Neuseeland

Nach vielen anderen Ländern hat auch Neuseeland ein Start- und Landeverbot gegen alle Maschinen des Typs Boeing 737 Max verhängt. Die Entscheidung gilt zunächst ohne Befristung, wie die nationale Flugsicherheitsbehörde CAA am Mittwoch in Wellington mitteilte. Betroffen ist davon allerdings nur die Fluggesellschaft der Fidschi-Inseln, Fiji Airways. Andere Gesellschaften fliegen Neuseeland mit Boeings 737 Max nicht an.

Vereinte Arabische Emirate

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach vielen anderen Ländern nun ebenfalls die Maschinen des Typs Boeing 737 Max aus ihrem Luftraum verbannt. Das Verbot gilt ab (dem heutigen) Mittwoch, den 13.03.2019, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ENA unter Berufung auf eine Sicherheitserklärung der Zivilluftfahrtbehörde. Dabei handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um die öffentliche Sicherheit in der Luft und auf dem Boden zu gewährleisten, hieß es. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein wichtiges internationales Luftfahrtdrehkreuz.

Hongkong

Auch Hongkong hat seinen Luftraum und Flughafen für Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 gesperrt. Das Verbot gilt ab Mittwoch 18 Uhr (Ortszeit), teilte die Luftfahrtbehörde der chinesischen Sonderverwaltungszone mit. Die Finanzmetropole, die ein wichtiges Drehkreuz für Flüge in Asien ist, reagierte damit auf die Abstürze zweier Boeing-Passagiermaschinen des gleichen Typs in Indonesien und Äthiopien innerhalb weniger Monate mit insgesamt mehr als 340 Toten. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hatte am Dienstagabend den gesamten europäischen Luftraum für Maschinen des Boeing-Typs gesperrt. Davor hatten bereits China und andere Staaten mit Verboten reagiert.

Weitere Länder und Airlines, die die Boeings bannen - oder nicht

- Mehrere Länder hatten zuvor ein Startverbot gegen den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 oder die gesamte Serie der 737 Max-Flieger verhängt - einige haben auch den gesamten Luftraum für das Modell gesperrt. Zu den Ländern mit Verboten gehören Deutschland, Frankreich, Österreich, Irland, Italien, die Niederlande, Großbritannien, Polen, Belgien, China, Indonesien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen.

- Die US-Luftfahrtbehörde FAA, in deren Aufsichtsbereich 74 der Boeing 737 Max 8 im Einsatz sind, hat kein Startverbot ausgesprochen.

- Seit Montag haben sich mehrere Fluggesellschaften entschieden, die Maschinen vorsichtshalber am Boden zu lassen. Rund 80 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 sind daher zeitweise nicht im Betrieb. Dazu gehören: Norwegian (18 Flugzeuge), der Reisekonzern Tui (15), Turkish Airlines (12), die mexikanische Airline Aeroméxico (6), Aerolíneas Argentinas (5), Ethiopian Airlines (4), Icelandair (3), Cayman Airways (2) aus der Karibik, die südkoreanische Airline Eastar (2), die brasilianische Gol (7), Polens Lot (5) und Südafrikas Comair (1).

- Andere Airlines wie die US-Fluggesellschaften Southwest Airlines, American Airlines und auch die kanadische Air Canada halten bisher an den Flugzeugen fest.

(an/dpa/afp)