epa/Ettore Ferrari

Linksterrorist Battisti in Rom gelandet

14.1.2019 14:04 Uhr

Cesare Battisti ist in Italien gelandet. Damit endet die jahrzehntelange Flucht des früheren Linksterroristen.

Nach jahrzehntelanger Flucht ist der frühere Linksterrorist Cesare Battisti an Italien ausgeliefert worden. Er landete am Montag in Rom und soll nun in seinem Heimatland eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßen.

Der 64-Jährige war am Samstag in Santa Cruz in Bolivien festgenommen worden. Er wurde von mindestens zehn Polizisten begleitet, als er aus dem Flugzeug stieg. Innenminister Matteo Salvini und Justizminister Alfredo Bonafede waren eigens zum Flughafen Ciampino in Rom gekommen.

In Italien war Battisti in Abwesenheit wegen Mordes verurteilt worden. Er soll als Mitglied der Gruppe "Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus" Ende der 1970er Jahre an vier Morden beteiligt gewesen sein. Die Teilnahme am Untergrundkampf gab er zu; er bestritt jedoch, die Morde begangen zu haben.

"Kleines Geschenk an Italien"

Battisti hatte lange Zeit mit Duldung linker Regierungen erst in Frankreich und später in Brasilien gelebt und dabei zwischenzeitlich als Roman-Autor ("Le Cargo sentimental") Geld verdient. Er war nach Bolivien entwichen, als der neu gewählte rechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine Auslieferung als "kleines Geschenk" an Italien angekündigt hatte.

Unter den Linksextremisten, die in den 70er Jahren Italien mit Terror überzogen, war Battisti keineswegs einer der bekanntesten. Sein als arrogant empfundenes Auftreten und seine Flucht durch mehrere Staaten sowie die Unterstützung, die er vor allem in Frankreich zeitweise von Intellektuellen bekam, machten ihn aber zur öffentlichen Hassfigur. «Die Opfer dieses elenden Mörders werden nicht wieder lebendig, aber nach 40 Jahren ist wenigstens Gerechtigkeit getan», sagte Salvini am Flughafen.

(an/dpa)