imago images / Karina Hessland

Linke klarer Sieger in Thüringen

27.10.2019 18:28 Uhr

Mit großer Spannung wurde und wird das Ergebnis der Landtagswahlen in Thüringen erwartet. Nach den ersten Prognosen zeichnet sich deutlich ab, dass Die Linke als klarer Sieger aus den Wahlen hervorgeht und von den Bürgern den Regierungsauftrag erhalten hat. Rund 30 Prozent sind ein deutliches Votum. Hinter der Linken gruppieren sich die CDU und die AfD ein, denen zwischen 22 und 24 Prozent gegeben werden. Historisch schlecht ist das Abschneiden der SPD, die nicht einmal mehr zweistellig ist und auch die Grünen schneiden in Thüringen mit rund 5,5 Prozent schlecht ab.

Die Linke ist bei der Landtagswahl in Thüringen erstmals stärkste Kraft in einem Bundesland geworden. Nach den Prognosen von ARD und ZDF vom Sonntagabend zeichnet sich aber eine schwierige Regierungsbildung ab. Die CDU, die bis 2014 den Regierungschef in Erfurt stellte und bislang in dem Land immer vorne lag, stürzte auf ihr historisch schlechtestes Ergebnis - und landete sogar noch hinter der AfD auf Platz drei.

Nach den 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF kommt die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow auf 29,5 bis 30 Prozent (2014: 28,2). Die CDU liegt zwischen 22 und 22,5 Prozent (2014: 33,5 Prozent). Die AfD schießt von 10,6 auf 23 bis 24 Prozent nach oben. Die SPD rutscht ebenfalls auf einen historischen Tiefstand ab: auf 8 bis 8,5 Prozent (12,4). Die Grünen liegen bei 5,5 Prozent (5,7). Die FDP muss mit 5 bis 5,5 um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die Wahlbeteiligung lag mit gut 65 Prozent deutlich höher als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren (2014: 52,7). Zur Wahl aufgerufen waren rund 1,7 Millionen Bürger.

Olaf Scholz: "Das Ergebnis ist natürlich nicht schön."

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich enttäuscht über das Wahlergebnis in Thüringen geäußert. "Das Ergebnis ist natürlich nicht schön", sagte Scholz am Sonntagabend in der ARD zu den Verlusten seiner Partei. "Was vor allem bedrückt, ist das Ergebnis für die AfD", fügte er mit Blick auf die Stimmengewinne der rechtspopulistischen Partei hinzu.

Weiter sagte Scholz, die SPD habe in Thüringen "gute Arbeit" in der Regierung mit Linkspartei und Grünen geleistet. Es habe vor der Wahl jedoch eine starke Polarisierung gegeben. "Das führt dazu, dass diejenigen, die den Ministerpräsidenten stellen, davon profitieren können", begründete er die starken Zugewinne auch für die Linkspartei von Ministerpräsident Bodo Ramelow. "Wir müssen gucken, wie es jetzt möglich ist, eine Regierung zu bilden", sagte Scholz zu den sich abzeichnenden schwierigen Mehrheitsverhältnissen im Landtag. Dabei werde die SPD "ihre Verantwortung wahrnehmen. Klar sei auf jeden Fall: "Die AfD gehört nicht in eine Regierung."

(ce/dpa)

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