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Lima-Gruppe berät über Zukunft Venezuelas

25.2.2019 21:23 Uhr

In Bogota berät die Lima-Gruppe über Maßnahmen gegen den venezolanischen Staatschef Nicolas Maduro und seine Regierung. "Wir haben in der Lima-Gruppe einen politischen und diplomatischen Zaun (um Venezuela) aufgebaut, der ein Fenster der Möglichkeiten für das Ende der Diktatur (Maduros) eröffnet hat", sagte Kolumbiens Außenminister Carlos Holmes Trujillo am Montag zum Auftakt der Konferenz. Es gehe jetzt um eine Erweiterung dieses Fensters.

Zur Lima-Gruppe gehören mehr als ein Dutzend Staaten Amerikas, darunter Brasilien, Argentinien und Kanada. Die Gruppe hatte sich 2017 gebildet, um eine Verhandlungslösung der Venezuela-Krise auszuloten. "Wir müssen der Maduro-Diktatur die Zukunft verschließen, nicht nur für die Venezolaner, sondern auch für den Frieden, die Sicherheit und die Stabilität der Region", erklärte Holmes Trujillo.

US-Vizepräsident Mike Pence landete am Montagmorgen in Bogotá, um sich im Laufe des Tages den Gesprächen der Lima-Gruppe anzuschließen. "Es ist Zeit für ein freies und demokratisches Venezuela", schrieb Pence auf Twitter vor seiner Abreise aus Washington. Die USA gehören bislang nicht zu den Staaten, die sich in Ablehnung zur Regierung Maduros zusammengeschlossen haben. Auch Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó nimmt erstmals an der Debatte der Lima-Gruppe teil.

Militärische Löung "unannehmbar"

Perus stellvertretender Außenminister Hugo de Zela unterstrich auf der Konferenz, dass die Anwendung von militärischer Gewalt zur Lösung der Krise in Venezuela "unannehmbar" sei. Die Lima-Gruppe ziele auf härtere politische und finanzielle Maßnahmen gegen die Regierung Maduros, um auf friedlichem Weg demokratische Neuwahlen in Venezuela einzuleiten.

US-Außenminister Mike Pompeo schloss jedoch keine Alternative aus. "Wir haben gesagt, dass jede Option auf dem Tisch liegt", sagte er in einem Interview von FoxNews. Auch Guaidó erklärte, es sollten "alle Karten auf dem Tisch bleiben".

Das Treffen in Bogotá wurde einberufen, nachdem am Wochenende der Versuch Guaidós gescheitert war, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. An Grenzübergängen kam es zu Auseinandersetzungen mit venezolanischen Sicherheitskräften, bei denen mindestens vier Tote und mehr als 300 Verletzte verzeichnet wurden.

(an/dpa)