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Licht und Schatten bei aktualisierter Fassung der Roten Liste gefährdeter Arten

14.11.2018 21:43 Uhr

Weltweit haben sich laut der aktualisierten Fassung der Roten Liste die Bestände einiger gefährdeter Tierarten erholt. Finn- und Grauwale hätten ebenso wie Berggorillas von strengen Schutzmaßnahmen profitiert und seien heute weniger bedroht als noch vor einigen Jahrzehnten, hieß es in der am Mittwoch von der Weltnaturschutzunion IUCN in Genf vorgestellten Neufassung der Roten Liste.

Allerdings seien weiterhin zehntausende andere Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.Finnwale - nach dem Blauwal das zweitgrößte Tier der Welt - gelten demnach nun nicht mehr als "stark gefährdet", sondern nur noch als "gefährdet". Seit den 1970er Jahren habe sich der weltweite Bestand auf 100.000 Exemplare nahezu verdoppelt, erklärte die Weltnaturschutzunion.Der Status der jahrhundertelang wegen ihres Fetts und ihres Fleisches intensiv gejagten westlichen Grauwale verbesserte sich ebenfalls: Sie sind nun nicht mehr vom Aussterben bedroht, sondern gelten laut Roter Liste als "stark gefährdet".

Besserung ist ebenfalls beim einst vom Aussterben bedrohten Berggorilla in Sicht. Dessen Bestände stiegen laut IUCN von 680 Exemplaren im Jahr 2008 auf rund tausend im Jahr 2018. Berggorillas werden nun als "stark gefährdet" gelistet. Die nur in einigen Gebieten des Kongos, Ruandas und Ugandas vorkommenden Tiere bleiben jedoch von intensiver Landwirtschaft bedroht.

Insgesamt befinden sich 96.951 Arten auf der Rote Liste der IUCN, davon gelten 26.840 als vom Aussterben bedroht. Betroffen sind laut IUCN nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen, bei denen einige Arten wegen intensiver Rodungen etwa in Afrika drastisch zurückgingen.Der Naturschutzverband WWF Deutschland forderte vor diesem Hintergrund mehr Anstrengungen für den Schutz der Biodiversität.

"Einzelne Erfolge beim Artenschutz dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns in einem dauerhaften ökologischen Ausnahmezustand befinden. Die weltweite biologische Vielfalt ist durch den Menschen in einem ständigen Krisenmodus gefangen", erklärte der Deutschland-Chef des WWF, Christoph Heinrich. "Das Erreichte ist mager und wird den unglaublichen Dimensionen des Massenaussterbens nicht gerecht."

(an/afp)