epa/Etienne Laurent

Libysche Spitzenpolitiker offen für Wahlen

28.2.2019 15:44 Uhr

Libyen steckt in einer tiefen politischen Krise. Nun haben die Spitzenpolitiker des Landes sich zu Wahlen in dem nordafrikanischen Land bekannt. Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch und Armee-Chef Chalifa Haftar hätten sich bei einem Treffen in Abu Dhabi auf die Notwendigkeit geeinigt, die Übergangsphase in Libyen durch Wahlen zu beenden, teilte die UN-Mission in dem nordafrikanischen Land am Donnerstag mit.

Die Begegnung der beiden Rivalen fand demnach am Vortag auf Einladung von UN-Sondervermittler Ghassan Salamé statt.

Libyen ist nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 in ein Bürgerkriegschaos gestützt. Zahlreiche Milizen kämpfen um politische Macht und wirtschaftlichen Einfluss. Mehrere Regierungen greifen von außen in diesen Machtkampf ein.

Al-Sarradsch steht an der Spitze einer international anerkannten Einheitsregierung, deren Einfluss jedoch kaum über die Hauptstadt Tripolis hinausreicht. Der mächtige Haftar wiederum kontrolliert Ostlibyen und rückte mit seinen Truppen kürzlich Richtung Süden vor, wo diese eines der größten Ölfelder des Landes einnahmen.

Noch keine Termine für Wahlen

Die beiden Rivalen hatten sich bereits im Mai in Paris unter Vermittlung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf Wahlen geeinigt. Zu der für den 10. Dezember angesetzten Abstimmung kam es jedoch nicht. Einen neuen Termin gibt es bislang nicht.

Die europäischen Regierungen haben ein großes Interesse daran, die Krise in Libyen zu beenden. Das ölreiche Land hat sich in den vergangenen Jahren zur wichtigsten Transitroute von Migranten entwickelt, die über das Mittelmeer nach Europa wollen.

(an/dpa)

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