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Lengerich-Geiselnehmer war bereits im Visier der Polizei

8.1.2019 14:19 Uhr

Es war eine Schocknachricht, die gestern Abend durch die Medien ging, als ein 25-jähriger Mann 43 Kinder und Jugendliche in einer Sporthalle in Nordrhein-Westfalen als Geisel nahm. Er drohte sogar mit einer Bombe. Der Mann, der die Tat begann, war jedoch bei der Polizei nicht unbekannt.

Der Mann, der in einer Sporthalle in Nordrhein-Westfalen 43 Kinder und ihre beiden Betreuer als Geiseln genommen hat, ist bereits Ende Dezember in den Blickpunkt der Polizei geraten.

Nach Angaben eines Sprechers hatten die Behörden den 25-Jährigen Ende 2018 nach einer Suizidankündigung zum Selbstschutz in die Psychiatrie eingewiesen. Dort drohte der Mann nach Polizeiangaben mit einer Bombe. Daraufhin durchsuchten Beamte ein von dem Mann genutztes Hotelzimmer im Münsterland, fanden allerdings nur handelsübliches Silvesterfeuerwerk.

Der 25-Jährige hatte am Montagabend in einer Sporthalle in Lengerich im nördlichen Münsterland die Kinder und Jugendlichen sowie zwei Betreuerinnen etwa eine Stunde lang festgehalten und bedroht. Zum Motiv für die Geiselnahme laufen die Ermittlungen weiter. Die Ermittler gingen auch Hinweisen auf eine mögliche psychische Erkrankung des Mannes nach. Der mutmaßliche Täter hatte bei der Geiselnahme erneut mit einer Bombe gedroht.

Zwangseinweisung in die Psychiatrie

Der Geiselnehmer habe einige zusammenhangslose Forderungen gestellt, hieß es. Danach ließ er zuerst die Kinder zwischen 12 und 18 Jahren gehen. Etwas später konnten auch die beiden 23 Jahre alten Betreuerinnen die Halle unverletzt verlassen. Die Betroffenen wurden zeitweise von der Polizei in einem benachbarten Baumarkt betreut. Der 25-Jährige wurde von Spezialkräften überwältigt und festgenommen. Nach dem Ende der Geiselnahme durchsuchten Polizisten mit Sprengstoffspürhunden die Halle, sie fanden aber nichts Verdächtiges. Eine Waffe habe der Mann auch nicht bei sich getragen.

Nach Informationen aus Behördenkreisen hatte das zuständige Amtsgericht den Mann vorläufig bis zum 8. Januar in die Psychiatrie eingewiesen. Die Geiselnahme ereignete sich am 7. Januar. Es war zunächst unklar, wieso der Mann sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder frei bewegen konnte. Staatsanwaltschaft und Polizei wollten sich mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen am Dienstag zunächst nicht zu den Hintergründen äußern. Die Polizei meldete wenige Stunden nach dem Ende der Geiselnahme, dass alle Kinder und Jugendlichen wieder in der Obhut ihrer Eltern seien.

(sis/dpa)