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Leiche von Diktator Franco wird im Juni umgebettet

15.3.2019 22:11 Uhr

Am 10. Juni soll die Leiche Francisco Francos (1892-1975) in Spanien umgebettet werden. Nach monatelangen Diskussionen wolle man nun endlich die seit dem Tod Francos im sogenannten "Tal der Gefallenen" nordwestlich von Madrid ruhenden Gebeine exhumieren, damit die Familie sie noch am selben Tag auf dem Pardo-Friedhof nördlich der Hauptstadt neu bestattet, teilte die sozialistische Regierung am Freitag mit.

Die stellvertretende Regierungschefin Carmen Calvo erklärte vor Journalisten, weder Medienvertreter noch Öffentlichkeit dürften der Umbettung beiwohnen. Man werde auch keine Fotos oder Film- und Tonaufnahmen veröffentlichen, denn man wolle "die Intimität der Familie" des früheren Gewaltherrschers schützen.

Pilgerstätte für Franco-Verehrer

Die Umbettung der Leiche war vom spanischen Ministerrat im August 2018 beschlossen worden. Die Familie des Diktators hatte bis zuletzt mitgeteilt, sie wolle einer Exhumierung nur dann zustimmen, wenn der Leichnam in ein angekauftes Familiengrab in der Almudena-Kathedrale von Madrid gebracht werde. Die Regierung von Pedro Sanchez entgegnete mehrfach, man werde eine Verlegung in dieses Gotteshaus im Zentrum der Hauptstadt nicht zulassen. Calvo betonte dazu am Freitag, die Fristen zur juristischen Anfechtung der Regierungspläne durch die Familie seien abgelaufen.

Der Streit um die Umbettung des Franco-Leichnams hatte in Spanien seit vielen Monaten angehalten. Sanchez hatte schon kurz nach seiner Amtsübernahme im Juni 2018 angekündigt, die Gebeine aus dem "Tal der Gefallenen" an einen anderen Ort bringen zu wollen. Bis heute ist das riesige Mausoleum eine Pilgerstätte für Menschen, die den toten Diktator verehren.

(sis/dpa/afp)