epa/Tarek Wajeh

Lebenslänglich für Anführer der Muslimbrüder

11.9.2019 19:19 Uhr

In Ägypten hat ein Gericht den Anführer der dort verbotenen Muslimbruderschaft, Mohammed Badie, sowie zehn weitere Islamisten zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie sollen zusammen mit der Palästinenserorganisation Hamas Spionage betrieben haben. Das Strafgericht in Kairo verurteilte am Mittwoch auch fünf Mitangeklagte zu sieben beziehungsweise zehn Jahren Haft.

Badie und andere Kader aus der Führung der inzwischen aufgelösten Muslimbruderschaft waren in anderen Verfahren bereits zum Tod oder langen Haftstrafen verurteilt worden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren an diesen Massenprozessen, dass sich die Angeklagten nicht ausreichend verteidigen könnten und die Anklagen konstruiert und politisch inspiriert seien.

Vorwürfe gegen toten Mursi vom Tisch

Vorwürfe gegen den mittlerweile verstorbenen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi ließ das Gericht wegen seines Todes fallen. Das Militär hatte Mursi im Juni 2013 nach Massenprotesten abgesetzt. Er hatte seitdem im Gefängnis gesessen und war vergangenen Juni während einer Gerichtsverhandlung überraschend verstorben. Mursi gehörte den islamistischen Muslimbrüdern lange an.

Die Regierung des autoritären Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi greift seit Mursis Sturz mit Härte gegen Oppositionelle und Kritiker durch. Tausende wurden inhaftiert, meist wegen mutmaßlicher Beteiligung an tödlicher Gewalt oder Angehörigkeit der Muslimbrüderschaft. Erst am Dienstag hatte die Polizei Medienberichten zufolge 16 mutmaßliche Muslimbrüder festgenommen, die Terroranschläge in Ägypten geplant haben sollen.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.