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Lauterbach: "Regulärer Unterricht fällt für ein Jahr aus"

5.5.2020 10:34 Uhr

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gilt als klarer Verfechter für eine Einhaltung der strengen Corona-Maßnahmen, um die Pandemie weiter einzudämmen. Die ersten Lockerungen in den Schulen seit Montag kritisiert der Mediziner scharf und findet deutliche Worte.

Mit Bezug auf jüngst veröffentlichte Studien zur Rolle von Kindern in der Pandemie schreibt Lauterbach bei Kurznachrichtendienst Twitter: "Praktisch bedeuten die Kinderstudien folgendes: Regulärer Unterricht fällt für mindestens 1 Jahr aus. Das kann jetzt als epidemiologisch sicher gelten. Daran ändern weder Apps noch Masken etwas. Es ist die Übertragung durch Aerosole und Kontakte im Klassenraum." Auf welche Studien sich Lauterbach jedoch genau bezieht, erklärt er nicht.

Zudem mahnt er den derzeit aus seiner Sicht herrschenden Wettlauf der Bundesländer an, wer zuerst wie viele Schulen öffnet. "Daher muss die Diskussion sich verschieben, weg davon, wer zuerst öffnet, hin dazu, welches Bundesland es schafft, mit Homeschooling und besonderer Unterstützung der bedürftigen Kinder das nächste Schuljahr zu organisieren", so der SPD-Politiker.

Lehrerverband zufrieden: "Hat gut geklappt"

Der Deutsche Lehrerverband ist hingegen zufrieden mit dem am Montag erfolgten Schulstart für Hunderttausende Kinder und Jugendliche. "Das hat gestern an den meisten Grundschulen sehr gut geklappt, was zeigt, dass auch Zehnjährige sehr wohl in der Lage sind, solche Regeln einzuhalten, wenn sie von der Notwendigkeit überzeugt sind", sagte Verbandspräsident Hans-Peter Meidinger der "Passauer Neuen Presse".

In einigen Bundesländern waren nach den Abschlussklassen jetzt die letzten Klassen der Grundschulen und die Schüler zurückgekommen, für die im nächsten Schuljahr Abschlussprüfungen anstehen. Über weitere Maßnahmen wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in einer weiteren Telefonkonferenz beraten.

Versäumten Stoff im nächsten Schuljahr nachholen

Das Schuljahr ist nach Ansicht Meidingers noch nicht gelaufen, man wolle "in allen Jahrgangsstufen noch einen ordentlichen Jahresabschluss mit Zeugnissen hinkriegen", sagte der Verbandspräsident. Es werde aber mit Sicherheit nicht mehr gelingen, den versäumten Stoff in den verbleibenden Wochen noch komplett zu vermitteln und die ausstehenden Prüfungen zu schreiben. "Das Aufholen der aufgelaufenen Defizite wird sich weit ins nächste Schuljahr hinein erstrecken."

(bl)

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