epa/Clemens Bilan

Laschet wirbt für gemeinsamen Ausstieg aus Corona-Shutdown

21.4.2020 11:56 Uhr

Vor Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über Lockerungen bei den harten Beschränkungen in der Coronakrise hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet einen gemeinsamen Fahrplan der Länder gefordert.

"Wir brauchen einen Konsens der 16 Länder. Gerade in der Schulpolitik darf es keine Alleingänge geben", sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor der Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Mittwochnachmittag (14.00 Uhr).

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Joachim Stamp (beide FDP) hatten am Dienstag angekündigt, die Schulen in NRW sollten nach den Osterferien schrittweise wieder öffnen. Eine Woche später sollen voraussichtlich auch die ersten Kinder wieder in die Kindertagesstätten zurückkehren dürfen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lehnte daraufhin im ZDF-"heute-journal" eine zeitnahe Öffnung der Schulen strikt ab.

Rascher Unterricht nicht verantwortbar

Laschet sagte nun, "der Vorschlag verschiedener Wissenschaftler, alle Klassen 1 bis 10 wieder umgehend in den Schulen zu unterrichten, ist aus Sicht der NRW-Landesregierung nicht verantwortbar". Priorität hätten jene Schüler, die sich auf Abschlüsse wie etwa das Abitur vorbereiten würden. Die nächsten Schritte müssten dann im Lichte der dabei gemachten Erfahrungen weiter gemeinsam entschieden werden. Wichtig sei ein "klarer gemeinsamer Fahrplan auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen Normalität".

Der Ministerpräsident betonte: "Nordrhein-Westfalen hat Ideen und Konzepte für die Bund-Länder-Beratungen geliefert und wird nun umsetzen, was die Länder gemeinsam mit der Bundeskanzlerin entscheiden." Besonders im Einzelhandel seien Abstandsregelungen und Schutzmaßnahmen wichtig. "Wir müssen das Virus weiter eindämmen, zielgerichteter als bisher", forderte er. Die Praxis vieler Bäckereien, nur wenige Kunden in den Laden zu lassen, könne vorbildlich sein auch für andere Einzelhändler. "Abstand und Schutz müssen der Maßstab und die Regel werden", sagte Laschet.

(an/dpa)

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