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Löw möchte zwei Siege - und das EM-Ticket

12.11.2019 17:51 Uhr

Es sind die letzten beiden Länderspiele des Jahres und Bundestrainer Löw möchte trotz Personalsorgen den Sack zu machen und das EM-Ticket mit zwei Siegen gegen Weißrussland und Nordirland zu lösen.

Dafür fordert der Bundestrainer, der sonst so viel Wert auf spielerische Lösungen setzt, mehr körperliche Robustheit.

Im langen dunklen Mantel schrieb Joachim Löw Autogramme für die fünf hartgesottenen Fans, die trotz Wind und Kälte vor dem noblen Hilton-Hotel in Düsseldorf ausgeharrt hatten. Nachdem sich Löw drinnen ein wenig aufgewärmt hatte, kehrte er auch für die Journalisten nach draußen zurück - mit einer klaren Ansage für den Endspurt um das EM-Ticket zum Jahresabschluss.

"Wir werden beide Spiele daheim gewinnen"

"Wir werden beide Spiele daheim gewinnen und uns qualifizieren", sagte Löw ohne den leisesten Anflug eines Zweifels vor den Heimspielen am Samstag in Mönchengladbach gegen Weißrussland und drei Tage später in Frankfurt/Main gegen Nordirland (beide 20.45 Uhr/RTL). Löw haderte zwar über die erneute Absagenflut, doch die Aussicht auf eine etwas längere Trainingswoche mache ihn "glücklich".

Sechs Spieler um Kapitän Manuel Neuer reisten ein paar Stunden später nach einem Foto-Shooting in Berlin an, wo Ausrüster adidas Werbeaufnahmen für das neue weiße Heimtrikot organisiert hatte. Das Jersey mit der handgemalten Nadelstreifen-Optik und den schwarz-rot-goldenen Ärmeln kommt im Team gut an. "Es ist stylisch", meinte Bayern-Profi Serge Gnabry. Auch England-Legionär Ilkay Gündogan fühlte sich auf Anhieb wohl, doch es sei vor allem "wichtig, dass wir in den Trikots auch viele Spiele gewinnen". Am besten schon am Samstag.

"Qualifikation dicht machen"

Bei einem Sieg gegen die Weißrussen und einem Unentschieden oder Erfolg der Niederländer im Parallelspiel in Nordirland hätte der dreimalige Europameister das Ticket für EURO 2020 in der Tasche. "Wir müssen die Qualifikation dicht machen", forderte DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

Löw will die Lehrgänge aber auch immer zum Einstudieren von Automatismen nutzen, und diesbezüglich verliert er wieder wertvolle Zeit. Durch das Fehlen der verletzten Niklas Süle, Marco Reus, Kai Havertz, Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Marcel Halstenberg, Thilo Kehrer und Kevin Trapp muss der Bundestrainer wieder improvisieren. Emre Can ist zudem gegen Weißrussland rotgesperrt.

Der Einsatz von Niklas Stark ist wegen eines Nasenbeinbruchs noch fraglich. Aber der Hertha-Profi, der nach seiner Operation im Gesicht schwer gezeichnet im Teamhotel eintraf, will mit einer Maske auflaufen und nach acht verpassten Länderspielen endlich sein Debüt feiern. Laut kicker bekam er von Löw eine Einsatzgarantie - sofern die DFB-Ärzte keine Einwände haben. "Ich will mir endlich meinen Traum erfüllen", sagte Stark.

Innenverteidigung "etwas entspannter"

Da auch Matthias Ginter und Jonathan Tah in den Kader zurückkehrten, sieht Löw die Situation in der Innenverteidigung "etwas entspannter". Eine Rückkehr von Rio-Weltmeister Mats Hummels kam für ihn deshalb auch nicht infrage, für die EM-Endrunde hat sich der 59-Jährige aber noch nicht endgültig festgelegt. Die Debatte wird das Team also auch im EM-Jahr begleiten.

Rio-Weltmeister Ginter traut sich derweil die Rolle des neuen Abwehrchefs zu: "Ich bin mittlerweile mit am längsten dabei und will auch in der Nationalmannschaft vorangehen." Während der Mönchengladbacher als Bundesliga-Tabellenführer mit reichlich Selbstvertrauen angereist ist, muss Löw die Dortmunder Profis nach der deftigen Pleite gegen Bayern München aufbauen.

"Gegen Bayern waren sie wirklich harmlos, das muss man so sagen", so Löw, der mehr körperliche Robustheit auch in der DFB-Auswahl sehen möchte: "Wir haben viele Jahre auf hohem Niveau agiert und vieles spielerisch gelöst. Aber international gesehen ist in den Zweikämpfen eine unglaubliche Robustheit gefragt. Da haben wir Mängel gezeigt in den letzten Spielen."

(be/afp)

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