imago images / Sven Simon

Löw hat weiter keinen Platz für Hummels

24.10.2019 21:43 Uhr

Nach all den Ausfällen in der Abwehr war es nur eine Frage der Zeit, bis der Name Mats Hummels für die DFB-Elf erneut auftauchen würde. Doch Joachim Löw lehnt eine Rückkehr des Dortmunders weiter ab. Dies bestätigte der Bundestrainer am Donnerstag erneut.

Für den Weltmeister von 2014 bleibt die Tür zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft verschlossen. "Es ist im Moment kein Thema", meinte Löw zu den vielfachen Forderungen nach einem Comeback von Hummels als Ersatz für den lange schwer verletzt ausfallenden Abwehrchef Niklas Süle.

Durch das mutmaßliche Aus des Innenverteidigers von Meister Bayern München (Kreuzbandriss) für die EM 2020 will Löw sich nicht vom eingeschlagenen Verjüngungskurs abbringen lassen. "Ich habe gesagt, dass ich auf junge Spieler setze, und dass man ihnen das Vertrauen geben muss, wenn man sie schon so ein bisschen ins kalte Wasser schmeißt", unterstrich der 59-Jährige auf einem Sponsorentermin in Wolfsburg seine Entschlossenheit zur Fortführung des eingeleiteten Umbruchs in der geplanten Manier.

Auf junge Spieler setzen?

Seinen Standpunkt begründete Löw gut drei Wochen vor den beiden letzten EM-Qualifikationsspielen gegen Weißrussland (16. November) und Nordirland (19. November) mit einer Mischung aus Kontinuität, Optimismus und Zutrauen. "Man sollte jetzt nicht alle Pläne über den Haufen werfen, weil der eine oder andere verletzt ist. Ich hoffe, dass ein paar zurückkommen, aber wir haben schon ein paar junge und gute Abwehrspieler, die wir in den nächsten Monaten noch entwickeln können", meinte der Bundestrainer.

Seit Süles schwerer Knieverletzung am vergangenen Wochenende ist die schon zuvor zumindest schwelende Debatte über eine Rückkehr von Hummels in die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vollends entfacht. Immer mehr Experten sprachen sich dafür aus, dass Löw den 30 Jahre alten Innenverteidiger nicht zuletzt aufgrund insgesamt guter Leistungen bei Vizemeister Borussia Dortmund als Stabilisator im Abwehrzentrum ins DFB-Team zurückholen sollte.

Wäre Hummels kontraproduktiv?

Durch Süles Ausfall muss Löw seine Innenverteidigung in jedem Fall neu sortieren. Löw scheint dabei seine Hoffnungen generell auf den Kreis von - derzeit zum Teil ebenfalls verletzten - Kandidaten mit Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Niklas Stark (Hertha BSC), Robin Koch (SC Freiburg) und Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach) zu setzen. Womöglich befürchtet Löw für den Fall eines Hummels-Comebacks auch kontraproduktive Folgen für die Bildung neuer Hierarchien in seiner Mannschaft.

"Keine Ahnung, was nächstes Jahr sein wird"

Allerdings: Einen Sinneswandel zu einem späteren Zeitpunkt mochte Löw in Wolfsburg auch nicht kategorisch ausschließen: "Es ist schwer, endgültige Prognosen abzugeben. Keine Ahnung, was nächstes Jahr sein wird. Aber bis dahin ist grundsätzlich noch viel Zeit, und man wird sehen."

Aus persönlicher Eitelkeit jedenfalls würde Löw im größten Notfall, den der Coach jedoch augenscheinlich noch nicht eingetreten sieht, offenbar nicht auf Hummels verzichten wollen: "Am Ende steht der Erfolg der Mannschaft an erster Stelle."

(be/afp)

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