Länder der EU müssen ihre Kolonialzeit aufarbeiten

25.6.2020 16:23 Uhr

Die Länder der EU müsse im Kampf gegen Rassismus ihre Kolonialzeit aufarbeiten. Das fordert nun der EU-Kommissar Didier Reynders. Wichtig sei es, nicht nur die Vergangenheit besser zu verstehen, sondern auch mehr Respekt für die Diversität der europäischen Bevölkerung zu bekommen, sagte Reynders am Mittwoch in Brüssel. Dies sei der beste Weg, um Rassismus zu überwinden.

Forderungen, Straßennamen wegen Rassismusverdachts zu ändern oder bestimmte Statuen abzubauen, wies der Belgier zurück. Es sei nicht der richtige Weg, die Vergangenheit neu zu erzählen. Vielmehr müsse man die Kolonialzeit realistisch aufarbeiten.

Immernoch Rassismus in der EU

Kommissionsvizepräsidentin Vera Jourova sagte, bei einer Grundsatzdiskussion seien sich die Kommissare einig gewesen, dass es in der EU immer noch Rassismus gebe und dass entschiedener dagegen vorgegangen werden müsse. Kommissionschefin Ursula von der Leyen habe für den Herbst konkrete Pläne angekündigt.

Die Kommission forderte vor allem von den regionalen Verwaltungen der EU-Staaten mehr Engagement. Eine große Rolle spiele laut Studien die Lebenslage der Menschen, sagte Jourova. Die Kommission wünsche sich daher, dass regional ausgezahlte EU-Gelder häufiger zur Förderung von Chancengleichheit und zur Überwindung von Rassismus eingesetzt würden. "Wir sprechen vor allem über die junge Generation, der wir eine bessere Perspektive in Europa bieten müssen."

(an/dpa)

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