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Kutschpferde auf Inseln vor Istanbul getötet

24.12.2019 18:15 Uhr

Nach dem Ausbruch einer Tierseuche auf den Prinzeninseln vor der türkischen Metropole Istanbul sind weitere Kutschpferde getötet worden. Ein Mitarbeiter des für die Inseln zuständigen Bezirks-Gouverneursamts bestätigte am Dienstag Medienberichte über den Tod von weiteren 24 Pferden. Sie seien auf Büyükada, der bekanntesten der Inseln, getötet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der toten Tiere auf 105. Zudem habe man Strafanzeige erstattet gegen 64 Besitzer wegen der Gefährdung von menschlichem Leben, Tiergesundheit und Umwelt.

Der für die Inseln zuständige Landrat hatte am Donnerstag gesagt, bei einer tierärztlichen Kontrolle sei festgestellt worden, dass einige Pferde unter der Infektionskrankheit «Rotz» litten. Da es weder Impfungen noch Behandlungsmöglichkeiten gebe, seien zunächst 81 Pferde getötet worden. Zudem sei eine Quarantäne über die Inseln verhängt worden.

Statt Autos, Pferdekutschen

Autos sind dort verboten. Der traditionelle und auch bei Touristen sehr beliebte Kutschverkehr war am Freitag für drei Monate eingestellt worden. Zuerst müssten alle Pferde auf «Rotz» untersucht werden, hatte der Gouverneur der Provinz Istanbul, Ali Yerlikaya, gesagt. Eine Ursache für den Ausbruch der Krankheit seien unsaubere und nicht genehmigte Ställe gewesen. Sie würden «sofort zerstört».

Schlechter Umgang mit den Tieren?

Die Prinzeninseln liegen im Marmarameer vor Istanbul. Aktivisten fordern seit Jahren, die Kutschen dort zu verbieten. Sie kritisieren auch, dass die Pferde unter schlechten Bedingungen gehalten würden.

«Rotz» wird von einem Bakterium verursacht, das vor allem Einhufer wie Esel oder Pferde befällt. Eine Erkrankung kann mit hohem Fieber, starkem Nasenausfluss und Atembeschwerden einhergehen und tödlich enden. Auch Menschen können sich in seltenen Fällen durch direkten Kontakt anstecken - unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen. Die Krankheit ist in Asien, Afrika und im Nahen Osten verbreitet. In Deutschland gilt die Seuche seit 1956 als besiegt.

(gi/dpa)

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